A walk in the park

Ich finde, es gibt Schlimmeres, als einen Park direkt vor dem Büro zu haben.

Auch, wenn dieser Park natürlich im Winter (und bei Regen und bei anderen unschönen Wettererscheinungen) eher selten gewürdigt wird, erfährt er um so mehr Liebe, so bald die ersten Sonnenstrahlen die Erde berühren. Ich schwöre, sobald die Sonne auch nur minimal ihr Antlitz zeigt, tun sich irgendwie Löcher in den Rasenflächen auf und Horden von Menschen werden aus dem Erdinneren an die Oberfläche geschoben. Ganz Geschwader von Kinderwägen werden Kilometer um Kilometer auf den schmalen Betonwegen bewegten. Die Gänse und Enten binden sich schon ein Lätzchen um, denn natürlich! darf man sie offiziell nicht füttern, aber natürlich! drückt jeder seinem Nachwuchs irgendein vermatschtes Plätzchen in die Hand oder Brot oder Bretzel und die Enten kriegen ihren Teil ab. Okay, Generationen von Enten durften nicht gefüttert werden, Generationen von Enten wurden gefüttert und Generationen von Enten haben es überlebt.

Anyway…ich habe das Glück, dass meine Liebe den gleichen Arbeitgeber hat wie ich und man sich deshalb problemlos zu Spaziergängen im Park treffen kann. Das Problem ist nur, dass man bei dem Wetter gar nicht mehr rein möchte und wenn man drin ist, sehnsuchtsvoll aus dem Fenster blickt. Glücklicherweise in meinem Fall auf ein Baugerüst und einen wenig ansprechenden Innenhof. Das macht es dann nicht ganz so schwierig … mit dem sehnsuchtsvollen Blick und so.

Die Bilder sind jetzt vielleicht nicht ganz so der Bringer. Ich saß auf einer Parkbank und habe etwas unmotiviert ausprobiert, ob mein Handy oder meine alte DigiCam bessere Fotos macht. Das Handy hat übrigens gewonnen.

Okay, scheiße … aber immerhin…

Da habe ich also im Schweiße meines Angesichts meine Kamera mit auf die Arbeit geschleppt. Im Gegensatz zu meiner alten Canon scheint die 70D bei gleichem Maßen mindestens doppelt so viel zu wiegen. O.O Geplant war eine nette, ruhige Runde des Abends durch den Park vor meiner Bürotür – nach Feierabend.

Aber wie es dann eben so ist, haben sich andere Dinge dazwischen gedrängelt (Böse Menschen nennen es, man habe sich verquatscht!), so dass ich am Ende mehr oder weniger hysterisch eine zwanzigminütige Tour durch den Park gesprintet bin, um die Kam wenigstens nicht ganz umsonst dabei gehabt zu haben. Natürlich hatte ich kein Stativ dabei – es wird sich schon irgendwas finden, wo man die Kamera darauf legen kann. Nee, nicht wirklich! Verdammt! So musste wahlweise mein Knie oder der Boden herhalten. Beides nicht optimal, aber ich hatte mich damit abgefunden, dass es ohnehin nur ein „Nur mal grob ausprobieren“ sein würde.

Den Bulb-Modus beherrschen wir ja schon ganz gut. Allerdings kann ich  ja nicht immer, wenn ich abends draußen bin, mit Bulb fotografieren. Schon gar nicht freihändig! Und wieder einmal lagen die 70D und ich im Kampf miteinander. Dann drehte ich, mittlerweile genervt und ordentlich durchgefroren, wild sämtliche Knöpfe und siehe da! Das Ding pariert … äh … funktioniert! Also noch eine Runde wild klickend durch den Park, wohl wissend, dass die Canon, aus reiner Bosheit und zur persönlichen Rache versteht sich!, die ISO wieder hochdrehen wird und es mir die Bilder vergrieselt.

Am Ende sind die Bilder zwar scheiße, aber mit einer Menge Potenzial. Da geht was! Ganz bestimmt. 🙂

Museumsberg

Wenn hier nochmal einer behauptet, alles im Norden wäre ja flaches Land, dem hau ich meine abgelaufenen Schuhe um die Ohren! Von wegen … hier geht es ständig bergauf.

Heute bin ich also auf den Museumsberg gekraxelt, um mit die Ausstellung „Tierische Portraits“ von Walter Schels anzuschauen. Es waren zwar wenige Bilder, aber für jemanden wie mich, der sowohl Tiere als auch Fotografieren liebt, eine schöne Ausstellung.

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Auf dem Museumsberg selber hätte ich mit Sicherheit mehr rausholen können, aber ich habe irgendwie nicht so den Zugang gefunden.

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Dann bin ich auf die andere Straßenseite auf den Alten Friedhof, aber auch da hat es mich nicht wirklich gepackt. Außer dass mir immer wieder klar wird, wenn man die Gräber betrachtet,  wie sinnlos, sinnlos, sinnlos Krieg ist. Dafür hat es da aber den Instedt-Löwen, der, wenn ich das richtig gelesen habe, ein Symbol sein soll, dass sich Deutsche und Dänen nie wieder bekriegen wollen.

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Zu guter Letzt noch schnell weiter in den Christiansen-Park. Aber ganz ehrlich: das ist grün und da sind Bäume und hier und da eine Wasserpfütze mit einem „Bitte nicht füttern“-Schild (äh…was genau soll ich da denn nicht füttern?!) und das war’s. Also … ein kurzer Natur-Shot und ein kleiner underfoot und das war’s dann.

Aber wisst ihr, was wirklich schwierig ist in Flensburg? Einen Kaffee-to-go zu kriegen.