Bahnhofsromantik

Zugegeben…unser Bahnhof ist alles andere als schön und noch weniger romantisch. Deshalb soll er ja auch grunderneuert werden. Danach wird er wahrscheinlich genauso wenig schön und romantisch sein. Aber wenigstens abgefuckter geht nicht mehr.

Trotzdem … irgendwie liebe ich unseren Bahnhof. Wenn man das alte Haus mit den zwei Gleisen vor der Tür überhaupt Bahnhof nennen kann.

Und weil mich die Sonne heute den ganzen Tag geärgert hat, habe ich beschlossen, mich unabhängig von ihr zu machen und meiner Leidenschaft, der Abend-Fotografie nachzugehen. Immerhin habe ich ja mittlerweile ein neues Stativ und das wollte ausprobiert werden. Was ich etwas unterschätzt habe, war der eiskalte Wind, der mir so die Finger hat frieren lassen, dass ich nach 45 min kaum noch die Kamera abbauen konnte (Wer hat die Handschuhe vergessen? Ich!). Ich friere ehrlich gesagt immer noch.

Hach, ich bin halt doch in der Tiefe meines Herzens ein Monochrom-Kind.

 

Okay, scheiße … aber immerhin…

Da habe ich also im Schweiße meines Angesichts meine Kamera mit auf die Arbeit geschleppt. Im Gegensatz zu meiner alten Canon scheint die 70D bei gleichem Maßen mindestens doppelt so viel zu wiegen. O.O Geplant war eine nette, ruhige Runde des Abends durch den Park vor meiner Bürotür – nach Feierabend.

Aber wie es dann eben so ist, haben sich andere Dinge dazwischen gedrängelt (Böse Menschen nennen es, man habe sich verquatscht!), so dass ich am Ende mehr oder weniger hysterisch eine zwanzigminütige Tour durch den Park gesprintet bin, um die Kam wenigstens nicht ganz umsonst dabei gehabt zu haben. Natürlich hatte ich kein Stativ dabei – es wird sich schon irgendwas finden, wo man die Kamera darauf legen kann. Nee, nicht wirklich! Verdammt! So musste wahlweise mein Knie oder der Boden herhalten. Beides nicht optimal, aber ich hatte mich damit abgefunden, dass es ohnehin nur ein „Nur mal grob ausprobieren“ sein würde.

Den Bulb-Modus beherrschen wir ja schon ganz gut. Allerdings kann ich  ja nicht immer, wenn ich abends draußen bin, mit Bulb fotografieren. Schon gar nicht freihändig! Und wieder einmal lagen die 70D und ich im Kampf miteinander. Dann drehte ich, mittlerweile genervt und ordentlich durchgefroren, wild sämtliche Knöpfe und siehe da! Das Ding pariert … äh … funktioniert! Also noch eine Runde wild klickend durch den Park, wohl wissend, dass die Canon, aus reiner Bosheit und zur persönlichen Rache versteht sich!, die ISO wieder hochdrehen wird und es mir die Bilder vergrieselt.

Am Ende sind die Bilder zwar scheiße, aber mit einer Menge Potenzial. Da geht was! Ganz bestimmt. 🙂

Fighting Canon 70D #1: Voll im Bulb-Modus

Seit ich an Silvester den Bulb-Modus kennen gelernt habe, bin ich ein bisschen erleichtert, denn Nachtaufnahmen waren eine kleine Leidenschaft von mir. Ich habe schon meine Felle davon schwimmen sehen, denn die ersten Nachtaufnahmen mit der Canon 70D waren … na …reden wir nicht drüber. Aber durch zwei simple Tricks -1. Bildstabilisator ausschalten und 2. Bulb-Modus einstellen- hat das an Silvester viel besser funktioniert.

Um die Kamera nicht trotzdem zu verwackeln, habe ich sie über WLAN mit meinem Handy und der Camera Connect-App verbunden. Das hat super funktioniert, nur kam irgendwann mein gar nicht mal so leistungsschwachses Handy nicht mehr hinterher. Deshalb habe ich mir den Fotga Timer Fernauslöser zugelegt. Der funktioniert für meine Zwecke auch super. Etwas lästig ist nur das Gepiepse. Das kann man zwar ausschalten, aber dummerweise hat er die Einstellung „Lautlos“ öfter vergessen, wenn ich das Gerät ausgeschaltet habe.

Da hier gerade ein blödes Wetter herrscht – Regen und alles Grau und Grau -, bleibt mir nicht viel übrig, als mich weiter mit dem Bulb-Modus auf Balkon und diversen Fenstern auszutoben. Es klappt auch schon ganz gut, wie ich finde. Ich würde auch gerne mal nach Darmstadt fahren, um da ein paar Fotos zu machen, aber das Wetter ist echt nicht besonders einladend. 😦 Auch die folgenden Fotos wurden bei Nieselregen gemacht. Ich hätte schon gerne mal einen schönen dunkeln Winternacht-Himmel.

Schornstein der Nachbarn
Schornstein der Nachbarn

bild #1

Gustav

Gustav

Bei Gustav sieht man nun wieder, dass der Bereich um die Nase unscharf ist, während das Einstreu links neben ihm scharf ist. Dieses Fotos habe ich allerdings bei manuellem Fokus gemacht. Dieser manuelle Fokus fällt mir ein bisschen schwer, weil ich durch Allergien sowieso Augenprobleme habe und nie so richtig erkenne, ob das, was ich im Fokus sehe, richtig scharf ist oder nicht. Deshalb gefällt mir auch der Gedanken nicht, eine Kamera zu haben, bei der der Autofokus nicht richtig funktionieren könnte.

Bei diesem Foto hatte ich gedacht, ich hätte seine Nase fokussiert und sie wäre scharf gewesen. Möchte es aber nicht beschwören (also, dass die Nase wirklich scharf war), weil Gustav sehr unleidlich wird, wenn man ihn aufweckt und ich mich daher möglichst wenig bewegt habe. Außerdem war das Licht im Zimmer nicht so prall, so dass ich das Display vielleicht nicht so ganz richtig gesehen habe.

Ich muss mir mal eine ordentliche Test-Reihe überlegen, bzw. die Dinge gezielter ausprobieren. Aber die Outdoor-Aufnahmen gefallen mir schon recht gut.