Nachtrag: Systemkamera Sony Alpha 6000 Bearbeiten

Ich hatte ja meine Meinung soweit schon am Sonntag in meinem Beitrag „Meine Meinung…“ kundgetan. Aber ich will mir nicht nachsagen lassen, dass ich einfach nur motze und nicht weiter probiere. Immerhin hat es bei meiner Canon auch ’ne Weile gedauert, bis wir Freunde wurden. Außerdem ist es ohnehin immer schwierig, etwas eine Chance zu geben, wenn es… halt anders ist als das, was man gewöhnt ist.

Also habe ich mich gleich am Sonntag noch mal durch ein paar Foren und Webseiten geklickt. Das mitgelieferte Handbuch kann man nämlich vergessen, das reicht gerade mal, um den Akku richtig herum einzulegen.

Ich habe danach vor allen Dingen mit den Einstellungen zum Fokus herumgespielt. Das war schon mal hilfreich. Ich war dann, als ich genauer hingesehen habe, bisweilen überrascht, wie hoch die Kamera von sich aus den ISO einstellt. Ich hatte die Einstellung auf „Auto“ stehen, normalerweise stelle ich ihn auf „ISO 100“, vielleicht auch mal 200 oder etwas höher, wenn es *wirklich* schon dämmert und dunkel wird/ist. In meiner Küche allerdings habe ich ihn selten auf „1200“ stehen. Die Sony fand das aber wohl angebracht. O.O

Dann habe ich noch ein wenig mit dem Weißabgleich herumgespielt, was bei mir echt witzig ist, da ich in meiner Brille einen Blaufilter habe. Wer das kennt, weiß, dass die Farbe „Weiß“ – also richtig strahlendweiß – da nicht mehr so richtig weiß aussieht, sondern eher gelblich. Also mit Brille den Weißabgleich interessant, ohne Brille jedoch noch interessanter… 😀

Anyway…ich habe mit verschiedenen Einstellungen ungefähr 300 Mal meine Kaffeemaschine fotografiert. Und dann bin ich in den Garten gegangen, denn wer ist immer dankbar zum Fotografieren, weil es nicht weglaufen kann? Blumen!

Danach habe ich mir die Bilder auf dem PC angeschaut und ehrlich gesagt: ich bin immer noch nicht 100% überzeugt. Klar, die Bilder sind scharf, aber irgendwie fehlt mir da ein bisschen was. Insbesondere das Foto mit der Schaukel – also eher weiterer Winkel – wirkt auf mich blass und schal. Oder habe ich einen Knick in der Optik?

Zum Vergleich habe ich mal ein Bild von meiner alten Lumix (stinknormale Digitalkamera, etwa sieben Jahre alt) herausgekramt und … also sooo viel schlechter ist das Bild auch nicht. Allerdings habe ich verpasst, Vergleichsbilder mit der Canon zu machen. Hole ich demnächst nach.

Es geht mir ja auch nicht darum, die Kamera schlecht zu machen, denn das ist sie ja gar nicht. Sie erfüllt nur irgendwie nicht das, was ich mir erwartet habe … und das war schon ein bisschen mehr für das Geld.

Rock it! Canon EFs 24mm Festbrennweite / Canon EFs 55- 250mm

Ein ganz kurzer Beitrag noch zu meinen neuen Objektiven für die Canon. Ganz kurz nur, weil ich bis dato noch nicht viel zum Ausprobieren gekommen bin.

Warum diese Objektive? Warum um alles in der Welt eine Festbrennweite?

Canon EFS 24mm 1:2.8

Zweite Frage, gute Frage. Ich habe schon eine 50mm-Festbrennweite und frage mich wirklich jedes Mal, in welchem dunklen Moment ich darauf gekommen bin, mir dieses Objektiv zu holen. 50mm! Reicht nicht zum Leben und zum Sterben! Und sooo viel besser als meine Zoom-Objektive waren die Fotos damit auch nicht. Na, da ist es doch ganz logisch, dass man sich gleich noch ein 24mm dazu holt! Dazu muss man aber sagen, dass ich eigentlich recht gerne im Weitwinkel fotografiere. Also auf 18mm bin ich schon gerne unterwegs, die 24mm sind nicht so weit davon entfernt und es war ein recht günstiges Objektiv. Nach meinen Erfahrungen mit dem 50mm wollte ich nicht nochmal viel Geld in eine Spielerei stecken, von der ich nicht wusste, ob ich mich danach vielleicht nochmal ärgere. Ganz ehrlich: I love it! Dieses Objektiv rockt einfach und es macht richtig Spaß, damit zu fotografieren. Auch im Nahbereich! (Ich finde gerade kein Foto im Weitwinkel, das ich mit diesem Objektiv gemacht habe.)

Canon EFS 55-250mm 1:4-5.6

Dieses Objektiv war quasi ein Notkauf, weil mein 75-300mm so langsam, aber sicher den Geist aufzugeben scheint. So gaaaanz zufrieden war ich mit dem alten Objektiv auch nicht, weil bei 300mm Schärfe auch ein wenig ein Glücksfall war, die Fotos oft verwaschen wirkten und die Farben etwas dumpfer. Aber es war okay, da ich ohnehin selten im 300mm-Bereich fotografiert habe. Deshalb dachte ich, dass 250mm auch vollkommen ausreichend sind. War jetzt auch nicht wirklich teuer, aber es würde auf alle Fälle besser als mein altes Objektiv sein. Und auch hier bin ich wirklich sehr erfreut ob der Qualität!

Fazit: Die beiden neuen Objektive habe meine Sammlung wirklich bereichert. Das alte 75-300mm kann nun eingemottet werden, die 50mm Brennweite kann gerne haben, wer „Hier“ schreit. Natürlich ist es mein Traum, irgendwann mal alle Brennweiten in der Qualität von meinem Tamron SP 17-50mm F/2.8 zu haben. Aber ich bin mit meiner jetzigen Ausrüstung wirklich zufrieden.

 

Meine Meinung: Systemkamera Sony Alpha 6000

Nun mehr 6 Wochen nach der Ankündigung kommt meine Meinung zur Sony Alpha 6000, ihres Zeichens eine Systemkamera und im Gegensatz zu einer handelsüblichen Spiegelreflex wesentlich leichter und handlicher. Warum hat’s so lange gedauert? Weil ich erstmal mit dem Ding fotografieren musste. 😀

Wer eine Spiegelreflexkamera inkl. einiger Objektive hat – da kommt ja im Laufe der Zeit auch was zusammen! -, wird das kennen: gegen einen kurzen Spaziergang mit voller Foto-Ausrüstung auf dem Rücken ist jeder 30kg-Gepäckmarsch der Bundeswehr ein federleichter Gang auf Wolken!

Natürlich: Beinah jede/r hat heute ein Handy mit einer einigermaßen gut funktionierenden Kamera dabei – und Gott weiß, dass ich die wirklich nutze und mein Pixel durchaus rockt-, aber wenn man schon Fotografie als sein Hobby bezeichnet, dann möchte man auch irgendwie … ’ne Kamera haben … und nicht aufm Handy rumdrücken.

Also…es muss eine Kamera für leichtes Marschgepäck her! Ich bin wirklich lange drumrum geschlichen, weil es mir einfach für so „zwischendrin“ zu teuer war, aber als dann ein kleiner monetärer Regen kam, dachte ich: „Jetzt oder nie!“ und habe mir -neben zwei neuen Objektiven für die Canon- eine Systemkamera gekauft.

Ich habe ehrlich gesagt nicht lange gesucht. Meine Kriterien: einen optischen Sucher (gar nicht so leicht zu finden bei einer Systemkamera!) und größer als eine Scheckkarte bitte.

Heraus kam eben die Sony Alpha 6000 mit einem 16-50mm Objektiv. Wen technische Daten interessieren, der kann die Kamera gerne hier bei Sony näher betrachten.

Die ersten Fotos habe ich auf dem Balkon gemacht. Meine Euphorie wurde jedoch gleich ein wenig gedämpft. Zwar machte sie teilweise wirklich gute Fotos, aber dann schwankte die Qualität auch wieder in Richtung: „Äh okay…da habe ich mir mehr drunter vorgestellt!“ Insbesondere, was die Farben angeht, gerade, wenn man das Objektiv auf 16mm laufen hat. Es wirkte alles etwas blass und unspektakulär. Außerdem … und damit hadere ich noch heute … scheint mit der Autofokus so beweglich wie ein Amboss. Sich leicht im Wind wiegende Pflanzen … mmh … schwierig.

 

Diese Fotos wurden alle innerhalb von ungefähr zehn Minuten bei relativ gleichen Lichtverhältnissen erstellt. Es war etwas windig an diesem Tag und es war relativ schwierig beim Lavendel, dem Autofokus zu erklären, was ich gerne scharf gestellt hätte – und trotzdem war es dann oft verwaschen, obwohl diese Kamera sich doch rühmt, einen sehr schnellen Auslöser zu haben. Man sieht, dass die Fotos eine Unschärfe haben. Da hätte ich mir mehr versprochen.

Mit eben diesem Autofokus habe ich auch gehadert, als ich die Kamera zum ersten Mal mit auf einen Spaziergang genommen habe. Man stelle sich vor: ein Zaun, dahinter ein paar Äste mit Blättern und dahinter ein Reh. Mit der Spiegelreflex hätte ich locker durch die Lücke zwischen den Blättern fokussieren können. Die Sony hingegen nahm die Blätter in den Auto-Fokus und war zu nichts anderem zu überreden. Dislike!

Andererseits: die Kamera kann durchaus schnell auslösen. Wer schon mal Fische in einem Aquarium, die leicht hysterisch hin und her schwimmen, weil es ja potentiell was zu essen geben könnte, fotografieren möchte, der kommt schnell an Grenzen. Meine Spiegelreflex ist dazu irgendwie zu langsam. Die Sony hat da schon eher eine Chance.

Durch die Scheibe, ohne auf Belichtung zu achten

 

Alles in allem war ich bis zu diesem Punkt mehr oder weniger enttäuscht. Das, was ich mir versprochen hatte, ist nicht wirklich erfüllt worden und ja, da kann man sich fragen, wozu so eine Kamera, wenn sie nicht unbedingt bessere Fotos als (m)ein Handy macht. Billig sind diese Dinger ja nicht gerade. Und das, was ich bis dahin an Erfahrungen gemacht hatte, hat mich nicht gerade dazu animiert, weiter Geld in Form von weiteren Objektiven zu investieren. Irgendwie hatte ich sie mir qualitativ näher an meiner Spiegelreflex und weiter weg von meinem Handy vorgestellt.

Dann allerdings folgte ein Grillabend und ich nahm die Kamera mit, um ein paar Schnappschüsse zu machen. Und siehe da: das hat sie wirklich gut hinbekommen. Handlicher als mein Handy und wesentlich (!) handlicher (und unauffälliger!) als die Spiegelreflex hat sie richtig gute und scharfe Fotos gemacht. Gut, die Farben sind nachwievor etwas blasser, aber trotzdem… das hat echt Spaß gemacht!

Gestern waren wir unterwegs und ich habe wieder die kleine Sony in den Rucksack gepackt. Weil ich nicht wusste, ob ich wirklich fotografieren werde, aber wenn ich wollen würde, hätte ich gerne eine Kamera dabei.

Auf dem Nachhauseweg habe ich den Sonnenuntergang mit dem Handy und der Sony fotografiert.

Das Ganze war bei ca. 90 km/h aus dem Auto heraus. (Nein, ich bin nicht gefahren! :D). Ist doch auch ganz nett!

Mein Fazit bis dato:

Die Sony Alpha 6000 ist weit davon entfernt, meine Canon 70 D zu ersetzen, wenn es wirklich um Fotografieren geht. Farben, Autofokus, „Beweglichkeit“ der Kamera können einfach nicht konkurrieren.

Für Schnappschüsse, für Situationen, in denen man einfach eine Kamera dabei haben und trotzdem ganz gute Fotos machen möchte, für Momente, die man spontan festhalten möchte, ist die Sony jedoch ganz gut. Ihr Vorteil gegenüber einem Handy ist dann halt doch ihr Zoom und die Tatsache, dass sie haptisch einfach stabiler zu halten ist. Und gegenüber der Spiegelreflex ganz klar das Gewicht und die Größe.

Was sie relativ gut kann, ist Fotos von Dingen zu machen, die quasi direkt vor ihrer Nase sind. Auslöser drücken, passt. Wirklich gutes Fotografieren (im Sinne von Fotografieren) … da scheint sie mir persönlich zu „unbeweglich“.

Lästig auch: Gefühlt braucht der Akku ewig zum Laden. Die gepriesene WLAN-Verbindung zum Handy habe ich -technisch doch versiert- nicht hinbekommen.

Würde ich sie mir noch einmal kaufen? Nein. Definitiv nicht.

Dazu reicht mir das Preis-Leistungsverhältnis einfach nicht aus. Wo sie nun mal da ist, werde ich sie sicher auch weiter benutzen, in eben solchen Situationen wie oben beschrieben. Ob ich ihr jedoch Situationen zutrauen würde, in denen ich wirklich gute Fotos machen möchte (z.B. auf einer Hochzeit, im Urlaub, etc.)…eher nicht. Ich glaube, ich hätte Angst, danach enttäuscht zu sein.

Wenn es ums Fotografieren geht: Spiegelreflex rockt für mich weiter konkurrenzlos. Allerdings habe ich eben den Vergleich.

Tierfotografie – mal anders.

Ich weiß nicht, ob ihr es wisst, aber die Liebe und ich teilen uns das Leben und vor allen Dingen die Wohnung mit diversen pelzigen Mitbewohner/innen. Da wären zunächst drei Kaninchen: Gustav, Wanja und Freddy. Und dann noch drei Cuys – also Riesenmeerschweinchen: Konstantin, Loki und Oda.

Es scheint logisch, dass diese Tiere, gerade, wenn man sowieso gerne fotografiert, öfter mal vor der Kameralinse zu finden sind. Ha! Weit gefehlt!

Warum?

Es gibt Tiere, die sehen auf Fotos total süß aus. Die guggen kokett oder machen etwas total Lustiges. Die möchte man vom Fleck weg adoptieren. Ihnen ein Heim geben. Sie liebhaben und kuscheln. Sie vor allem Bösen dieser Welt beschützen.

Meine nicht.

Liegen meine Kaninchen irgendwie gerade besonders süß da oder machen sie gerade was total Drolliges, kann man darauf wetten, dass sie genau dann damit aufhören, wenn man eine irgendwie geartete Kamera zückt. Dann müssen sie sich plötzlich kratzen, den Kopf wegdrehen oder sich so hinsetzen, dass irgendetwas zwischen ihnen und der Kamera ist, was man unmöglich übersehen kann. Oder sie sehen auf Fotos aus wie stinknormale Haus- und Hofkaninchen, an denen mal so überhaupt nix Besonderes ist. Dabei gehen die beiden Damen noch – was zum einen an ihrer Unflätigkeit, zum anderen an ihrem Gesichtsausdruck liegt. Der Herr jedoch nimmt, wenn er eine Kamera nur erahnt, gleich Reißaus.

Aaaaaber…manchmal gibt es bei den Kaninchen auch helle Foto-Momente.

Meine Cuys indes verkriechen sich in die dunkelste Ecke. Man ahnt es nicht, aber ein 1,7kg schwerer Cuy kann sich, -bei Bedarf-, auf einem Quadratzentimeter unsichtbar machen. Sollte es einem doch mal gelingen, ein Foto von ihnen zu machen, ist es unter Garantie verschwommen oder unscharf. Sollte man es irgendwie hinkriegen, dass das Foto nicht unscharf oder verschwommen ist, ist es mit Sicherheit zu dunkel. Oder zu hell, weil man einen Blitz benutzt. Oder sie sind gar nicht mehr auf dem Foto drauf, weil sie in einer unbeobachteten Millisekunde Gas gegeben haben. Und sollte man das alles irgendwie umgangen haben, guggen meine Tiere, als würden sie in der nächsten Minute mindestens tot umfallen, …wenn nicht noch mehr. Ganz große Fotografie-Kunst.

Hier ein paar der besseren (!) Fotos von den Meerschweinchen.

Die Hoffnung auf bessere Bilder muss ich wohl vertagen bis zu der Zeit, wenn sie wieder im Garten sind und ich mein Glück mit einem Teleobjektiv versuchen kann.

Timmendorfer Strand 2018

Ich persönlich muss ja nicht in den Urlaub fahren, mir reichen freien Tage auf Balkonien. Aber die Liebe sprach zu Beginn der Beziehung davon, dass sie schon gerne einmal im Jahr wenigstens wegfahren würde und dann am liebsten an die See. Irgendwo im Norden. Nachdem wir also letztes Jahr im Februar/März in Wustrow gewesen sind (wo man zumindest um diese Jahreszeit nicht tot überm Zaun hängen möchte), haben wir uns in diesem Jahr für Timmendorfer Strand entschieden.

Wir hatten sehr früh unsere Unterkunft und unsere Bahn-Tickets gebucht. Entsprechend haben wir bei der Deutschen Bahn echt ein Schnäppchen gemacht: zwei Erwachsene, 1. Klasse, Hin und Zurück für knapp über 200 €. Natürlich hat sie uns zur Strafe kurz vor dem Urlaub noch ein Schnippchen geschlagen, die gute alte Deutsche Bahn. Unser seit November gebuchter Zug fuhr nun plötzlich im April – eine Woche vor Reisebeginn – just in der Woche, in der wir fahren wollten, schlicht … nicht. Also im Info-Zentrum im Bahnhof uns eine Zug-Freigabe für unser Ticket drauf stempeln lassen und uns eine neue Verbindung gesucht. Die natürlich länger bis hoch in den Norden brauchte und bei der man natürlich häufiger umsteigen musste. Ansonsten hat es für DB-Verhältnisse relativ gut geklappt.

Timmendorfer Strand

Die Gemeinde Timmendorfer Strand liegt 15 Kilometer nördlich von Lübeck direkt an der Ostseeküste. Nachbargemeinden sind Scharbeutz im Norden, Ratekau im Süden und Westen sowie Lübeck – mit dem Stadtteil Travemünde – im Osten. Der Strand an der Lübecker Bucht ist 6,5 Kilometer lang. Das Landschaftsbild um Timmendorfer Strand wird durch die Grundmoränen der letzten Eiszeit geprägt. Die Ablagerungen der Weichsel-Eiszeit schufen ein abwechslungsreiches, leicht hügeliges Relief mit vielen Seen. Der reizvolle Hemmelsdorfer See entstand aus einer von der Ostsee abgeschnittenen Förde. An seinem Grund befindet sich mit 43 Metern unter Meereshöhe der tiefste naturgeschaffene Punkt Deutschlands. (Quelle: Wikipedia)

Der Zeitraum, in dem wir in Timmendorfer Strand Urlaub gemacht haben, lag nach den Osterferien und vor den eigentlichen Sommermonaten, in denen dann die ganzen Events vom Strandpolo über weißichwas liegen. Entsprechend war es sehr ruhig und entspannt, die Hektik der Winteraufräumungsarbeiten waren vorbei, die letzten Arbeiten für den Sommer-Ansturm liefen. Es gab keinen Garten, keinen Busch, der nicht exakt geschnitten war. Alles war unglaublich sauber und einiges doch für mein Gefühl sehr durchdacht. An der Strand-Promenade gab es alle 200m ein Toilettenhaus – sauber und behindertengerecht. Obwohl dort sehr viele Hunde (sehr viel mehr Hunde als Kinder!) unterwegs waren, waren die Wege sauber und nirgends lag Hundedreck herum. Neben den vielen Hunden fielen auch viele blinde und sehbehinderte Menschen auf, die dort ihren Urlaub verbracht haben. Auch an sie war gedacht mit speziellen Straßenschildern (nicht für die Blinden, sondern die Sehenden, damit sie die Blinden nicht übern Haufen fahren), es gab einen Blindenstrand und eigene Hotels bzw. Unterkünfte. In dem kleinen Park vor unserem Haus durften abends die Blindenhunde spielen und toben, während ihre Frauchen und Herrchen auf den vielen Bänken saßen. Das war echt süß.

Der Strand war nur einen Steinwurf entfernt und ebenso absolut sauber, obwohl wir uns direkt neben dem Hundestrand befanden. Wasser, Strand, Himmel, Wolken und einfach nur Sonne!

Das Klientel

Wie gesagt, wir waren außerhalb jeglicher Ferien unterwegs. Ich habe mit meinen 43 Jahren den Altersdurchschnitt ziemlich nach unten gezogen. 😀 Mit spitzer Zunge möchte ich sagen, dass sich das Klientel hauptsächlich aus Ü70-Damen mit entsprechenden Männern im rosa Polo-Hemd, Sylter Knoten und dem entsprechenden Autoschlüssel in der Tasche zusammensetzt. Und die Autoschlüssel passten hauptsächlich in Mercedes, BMWs und diverse andere teure Schlitten! An den Strandbüdchen wurde mit gekühlten Weißwein oder Sekt das Understatement gefeiert. Auf hochhackigen Schuhen mit toupierter Frise begoß man fröhlich die Rückkehr aus Marbella oder Ibiza – zumindest sahen einige braungebrannte Mumien so aus. Die Geschäfte im Städtchen versprachen Bogner und diverse andere Nobel-Marken. In der Parfümerie, in der wir eine Kleinigkeit besorgten, wurde ich, in Jogginghosen, reflexartig gefragt, ob ich ein wenig Sonnenpuder probieren möchte. Ich. Sonnenpuder. Ich weiß nicht mal, was das ist.

Aber trotzdem fühlten wir uns als Normalsterbliche nicht völlig fehl am Platz. Leben und leben lassen. Das Highlight war eine Dame, die ihre Katze an der Leine spazieren führte. Was man nicht alles sieht! Was man indes weniger gesehen hat, waren Familien mit (kleinen) Kindern oder Paare in unserem Alter. Jemand hatte in einer Rezension geschrieben, Timmendorfer Strand wäre schön, aber man wäre dann doch „zu jung und zu arm“.

Wir sind zwei Verdiener, die dazu noch die Freiheit haben, nicht in der Ferienzeit fahren müssen. Wir müssen nicht unbedingt aufs Geld schauen, deshalb habe ich auch nicht wirklich darauf geachtet, ob zum Beispiel Lebensmittel teurer sind. Aber billig wird es wohl nicht sein und ich kann auch nicht unbedingt behaupten, das Gefühl gehabt zu haben, dass Timmendorfer Strand komplett darauf ausgelegt ist, Kinder zu beherbergen. Natürlich gibt es Kinderspielplätze oder am Strand Kinderspielzeug, aber gefühlt … mmh …

Was kann man da so unternehmen

Wir haben den Urlaub hauptsächlich für Spaziergänge oder Strandbesuche (oder beides zusammen) genutzt. Entgegen der Wettervorhersage hatten wir sieben Tage nur Sonne -und entsprechende Wärme, Mann, hab ich mir den Rücken verbrannt!- und danach drei Tage etwas kühler und von allem ein bisschen.

Wir wollten die sonnigen Tage nicht mit irgendwelche Indoor-Aktivitäten verschwenden, entsprechend haben wir z.B. das Sealife, das Meerschwimmbad und die Ostsee-Therme (wäre alles einfach zu Fuß erreichbar gewesen) nicht besucht. Stattdessen sind wir z.B. nach Niendorf geschlendert und haben dabei den Hafen besucht. „Hafen“ ist vielleicht ein bisschen übertrieben, auch, wenn sich die Pfütze mit Booten drin so nennt. Aber irgendwo muss die High-Society ja auch ihre Yacht parken.

Wer genug von Strand und Meer hat, kann durch ein Naturschutzgebiet mit Wald und morastigen Wiesen zum Hemmelsdorfer See laufen. Man kann zwar nicht direkt an den See ran, aber einen hohen Holzturm erklimmen, um eine prachtvolle Aussicht zu haben.

Ansonsten kann man, wenn es dann doch zu langweilig wird, mit dem Bus und dem Zug schnell mal nach Lübeck oder Travemünde fahren. Darauf hatten wir jedoch keine Lust.

In der Ecke, in der wir gewohnt haben, war alles wunderbar ruhig und trotzdem einfach zu Fuß zu erreichen. Wenn man etwa zehn Minuten in Richtung Stadtkern gelaufen ist, häuften sich dann langsam die Restaurants und Hotels. Da wir jedoch beide mit diversen Nahrungsmitteln unsere Probleme haben, haben wir die Speise-Tempel nur von außen betrachtet und zu Hause gekocht.

Nach zehn Tagen war unser Urlaub vorbei und wir haben ihn einerseits genossen, andererseits wurde dann das Heimweh zu groß und es stellte sich durchaus ein wenig Langeweile ein. Wir hätten uns -bei längerem Aufenthalt- dann doch auf längere Wege machen müssen, um gezielt weitere Möglichkeiten und Sehenswürdigkeiten anzuschauen. In Lauf-Weite war das schon einiges, aber irgendwann ist es dann doch erschöpft. Vielleicht waren auch wir einfach nur erschöpft.

Fazit: Timmendorfer Strand eignet sich für alle die, die es ruhig, gepflegt und wirklich sauber haben wollen. Wer Party sucht, muss wahrscheinlich später als wir dorthin fahren, aber auch dann sind die Events eher „Strand-Polo“ als „Sangria-Eimersaufen“. Das Klientel ist etwas älter und gediegen. Es gibt in der Nähe zudem sehr vieles, was man zu Fuß erreichen kann. Aber auch an z.B. Rollstuhlfahrer/innen oder andere Behinderungen ist durchaus gedacht. Wer sich eine Wohnung mietet, der findet im dortigen Famila-Geschäft alles an Lebensmittel und diversen anderen Dingen, was man braucht. Es gibt auch durchaus Geschäfte für Normalsterbliche dort. 😉

Allerdings muss ich auch anmerken, dass ich die meisten „Einheimischen“, so es denn welche waren, nicht als nordisch-unterkühlt, sondern als schlicht unfreundlich empfand. Tut mir leid, dass ich z.B. keine Milch essen darf, aber trotzdem möchte ich zum Beispiel, gerade in einem Dörfchen, das von Touristen abhängig ist, kein genervtes Augenverdrehen von der Verkäuferin und eine maulige Antwort ernten, wenn ich nachfrage. Und nein, hinter mir war keine episch lange Schlange.

Auch die Fahrrad-Fahrer/innen, die an der Strandpromenade unterwegs sind, könnten mal das Klingeln lernen. Dort, wo sich alles trifft, ist zwar genug Platz für alle, aber es ist doch jedes Mal ein kleiner Schreck, wenn plötzlich jemand so „wusch“ an einem vorbei huscht. Und mit diesen E-Bikes kriegt ja auch noch ein 120jähriger einen ordentlichen Zacken drauf!

Ein bisschen (sehr) anstrengend ist dann halt auch doch immer die Bahn-Fahrerei mit dem Umsteigen. Man ist eben doch ne Weile unterwegs mit seinen Koffern. Das 1. Klasse-Fahren hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Abschließen möchte ich diesen kleinen Bericht mit Aufnahmen der Abendstimmung am Strand.

Mobile shots

Wenn ich schon nicht mit der Kamera rumlaufen kann, weil ich sie entweder gerade nicht dabei habe, die Liebe Blumen fotografieren will oder aus sonstigen Gründen, habe ich doch wenigstens wieder eine relativ gute Handy-Kamera. Eine ohne angefressenes Obst.

 

Getreide

Ihr Lieben,

kaum zu glauben, aber es gibt mich tatsächlich noch.

Meine guten Vorsätze noch im April, hier wieder regelmäßiger zu posten, haben sich, wie die meisten Vorsätze, beim Aufprall auf die Realität pulversiert. Stattdessen haben wir – ja, die Liebe gibt es noch- hier die ganze Wohnung renoviert. Neue Möbel gekauft, umgebaut, gemalert, Teppiche ausgesucht und was eben noch alles dazu gehört. Und übers Wetter geschimpft: zu heiß, zu windig, zu nass … und überhaupt.

Neulich hatten wir eine Woche Urlaub und da war das Wetter passend und wir guter Dinge und da habe ich sogar ein paar Fotos gemacht. 🙂

Danach kam ich allerdings zu nicht mehr viel, weil die Liebe gemeint hat, sie möchte jetzt Blumen fotografieren. Sprach’s, nahm meine Kamera und ich durfte (nur) zuschauen. O.O

Bald geht’s nach Wien, aber da war ich ja schon und habe mich fototechnisch ausgetobt. Kann man sich hier anschauen.

Mal sehen, was das restliche Jahr noch bringt…

Prä-Ostern

Nein, natürlich haben wir noch kein Ostern. Als Kaninchen-Halterin verflucht man dieses Fest ohnehin, denn jeder meint, irgendeine „lustige“ Bemerkungen machen zu müssen, die auch nach 35 Jahren nicht witziger geworden ist. Sei’s drum.

Meine Kaninchen – oder zumindest zwei davon – wurden in einem Tierheim geboren, in ein anderes Tierheim übergeben und sind dann bei mir gelandet. Glücklicherweise haben Wanja und Freddy (die eigentlich Frederika heißt) offenbar keine schlechten Erfahrungen gemacht, denn sie sind zwar keine Kuscheltiere, aber neugierig und relativ furchtlos. Aber wie würden sie reagieren, wenn sie zum ersten Mal Gras unter den Füßen und Wind um die Nase haben? Mein drittes Kaninchen – Gustav – fand das irgendwie nie so prall. Und meine Lulu, die letztes Jahr gestorben ist, war auch nicht der ganz große Fan vom Garten – deshalb waren die Kaninchen, im Gegensatz zu den Meerschweinchen, die auch noch hier rumspringen, nie viel im Garten.

Am letzten Wochenende nun durften sie zum ersten Mal mit nach draußen. Gustav und Wanja sind direkt in ein überdachtes Gehege gelaufen und haben fröhlich geschnuppert. Freddy saß erstmal zehn Minuten wie schockgefroren auf dem Gras, um dann ebenfalls ins Gehege zu laufen und zu tun, was ein Kaninchen tun muss: buddeln! Nach zwei Stunden haben wir sie dann wieder mit nach oben genommen. Selbst Gustav fand den Garten gar nicht mal so übel. Na, das war ja richtig gut gelaufen!

Deshalb haben die Liebe und ich am Samstag beschlossen, die Kaninchen mit in den Garten zu nehmen, während wir die neuen Ställe lasieren, die dann die Sommerresidenz für die Tiere sein sollen. Die Kaninchen waren in einem Teil des Gartens untergebracht, wo zum einen das überdachte Gehegeteil untergebracht ist, in den sie letzte Woche schon gebuddelt hatten, zum anderen aber hatten wir auch noch ein etwa 12 qm großes Areal mit Gittern umzäunt. Schön. Für uns alle frische Luft und Sonne. Entspannung, sieht man mal vom Lasieren ab.

Und von der Tatsache, dass Gustav plötzlich mitten im Garten saß. Ausgebüxt. Also … Gustav wieder zurück getrieben, die Gitter auf Lücken überprüft. Lücke gefunden. Geschlossen. Läuft.

Zehn Minuten später hoppelte Gustav wieder fröhlich an uns vorbei. *gnnn* Gleiches Spiel von vorne.

Lange Rede, kurzer Sinn: irgendwann haben wir aufgegeben, alle Lücken zu suchen und zu schließen und haben im Schichtwechsel lasiert, während der jeweils andere Gustav aus Nachbars Garten geholt oder von sonstigem Unsinn versucht hat abzuhalten. Die beiden Damen waren da noch mit Buddeln beschäftigt. Irgendwann haben die allerdings auch festgestellt, dass es da ja noch was anderes gibt. Haben kurz den Garten erkundet, sind dann aber schnell wieder zu ihrem persönlichen Bergbau-Projekt zurückgekehrt. Gut, das mit Gustav war etwas lästig, aber war noch okay.

Gestern sollte es ja ein sonniger Tag werden. Wurde es ja auch. Wir beschlossen, die Kaninchen UND die Meerschweinchen mit in den Garten zu nehmen. Die Damen würden ja ohnehin buddeln, die Meerschweinchen Gras fressen und Gustav irgendwann im Schatten schlummern. Und wir könnten, nachdem wir die Zugänge zu Nachbars Garten geschlossen hatten, wenigstens ein bisschen dösen. So die Theorie.

Die Praxis: Wir sind ab 12 Uhr permanent hinter drei (!) Kaninchen her gerannt. Wieder im Schichtwechseln. Die Damen hatten nämlich keine Lust mehr auf ihre Bergbauprojekte und fanden es viel spaßiger, im Garten herumzuflitzen. An Dösen in der Sonne war also nicht zu denken.

Gegen 15 Uhr hatten auch die Meerschweinchen beschlossen, dass sie in ihrem abgezäunten Auslauf nicht mehr bleiben möchten und haben sich ebenfalls auf Wanderschaft gemacht. Was normalerweise alles kein Problem ist, wenn der Garten erstmal wieder für die Außenhaltung fertig gemacht ist. Aber gestern sollten alles einfach mal nur die ersten Sonnenstrahlen genießen. Gras fressen, unter dem Busch schlummern. Also ist meine Liebe hinter den Meerschweinchen her gewesen, während ich versucht habe, die Kaninchen im Auge zu behalten.

Gegen 17:00 Uhr hatten wir dann alle sechs wieder in der Wohnung in ihren Ställen, waren klatschnass geschwitzt und lagen erschöpft auf dem Balkon. Noch ein kleiner Spaziergang? Vergiss es.

Wenn mir hier noch einer mit „süßen Osterhäschen“ kommt, der darf sich gerne mal meine ausleihen!

Es war einmal…

Es war einmal…und ist doch noch nicht so lange her.

Dieses Bild wurde von der Liebe aufgenommen, als wir am Strand fotografieren … äh … spazieren waren. Das bin ich. 🙂

Unglaublich, dass es gerade mal vier Wochen her sein soll. Time flies und ich bin immer noch nicht dazu gekommen, mich um die Fotos zu kümmern. Weil eben Frühling ist, wie ich gestern leicht gestresst bemerkte. Heute sieht es zur Strafe weniger nach Frühling bei uns aus und es ist plötzlich wieder so frisch, dass ich doch nochmal die Winterschuhe angezogen habe. Vielleicht ist der Frühling ob meiner geringen Wertschätzung aus dem gestrigen Eintrag beleidigt. Na, nun mal nicht so sensibel, so war’s doch nicht gemeint.

 

A walk in the park

Ich finde, es gibt Schlimmeres, als einen Park direkt vor dem Büro zu haben.

Auch, wenn dieser Park natürlich im Winter (und bei Regen und bei anderen unschönen Wettererscheinungen) eher selten gewürdigt wird, erfährt er um so mehr Liebe, so bald die ersten Sonnenstrahlen die Erde berühren. Ich schwöre, sobald die Sonne auch nur minimal ihr Antlitz zeigt, tun sich irgendwie Löcher in den Rasenflächen auf und Horden von Menschen werden aus dem Erdinneren an die Oberfläche geschoben. Ganz Geschwader von Kinderwägen werden Kilometer um Kilometer auf den schmalen Betonwegen bewegten. Die Gänse und Enten binden sich schon ein Lätzchen um, denn natürlich! darf man sie offiziell nicht füttern, aber natürlich! drückt jeder seinem Nachwuchs irgendein vermatschtes Plätzchen in die Hand oder Brot oder Bretzel und die Enten kriegen ihren Teil ab. Okay, Generationen von Enten durften nicht gefüttert werden, Generationen von Enten wurden gefüttert und Generationen von Enten haben es überlebt.

Anyway…ich habe das Glück, dass meine Liebe den gleichen Arbeitgeber hat wie ich und man sich deshalb problemlos zu Spaziergängen im Park treffen kann. Das Problem ist nur, dass man bei dem Wetter gar nicht mehr rein möchte und wenn man drin ist, sehnsuchtsvoll aus dem Fenster blickt. Glücklicherweise in meinem Fall auf ein Baugerüst und einen wenig ansprechenden Innenhof. Das macht es dann nicht ganz so schwierig … mit dem sehnsuchtsvollen Blick und so.

Die Bilder sind jetzt vielleicht nicht ganz so der Bringer. Ich saß auf einer Parkbank und habe etwas unmotiviert ausprobiert, ob mein Handy oder meine alte DigiCam bessere Fotos macht. Das Handy hat übrigens gewonnen.

Ostseebad Wustrow

Ihr Lieben,

lange Zeit habe ich mich rar gemacht.

Ich hatte ja in einem Beitrag vor gefühlt 100 Jahren gesagt, dass 2016 nicht wirklich mein Jahr wäre. Ich war eigentlich nur noch damit beschäftigt, dem Chaos in meinem Leben irgendwie Herr zu werden und das restliche Jahr möglichst unbeschadet zu überstehen. So … wegducken. Das Schicksal nicht mehr aufmerksam machen. Dem Chaos ein leises Schlaflied singen, in der Hoffnung, dass es 2017 besser wird. Als ob das Schicksal sich von ein bisschen Feuerwerk an Silvester und einer neuen Jahreszahl auf den Kalendern an Neujahr beeindrucken lassen würde. Aber … irgendwie glaubt man ja doch ein bisschen daran.

Während ich also mich weggeduckt habe, nur noch auf Fußspitzen durchs Leben geschlichen und ein permanentes Schlaflied gesummt habe, hatte das Schicksal etwas ganz anders mit mir vor. Bevor ich mich versehen konnte, hatte ich plötzlich jemandem an meinem Frühstückstisch sitzen. Und da sitzt dieser Jemand noch immer. 😉 Die Liebe ist mir also ganz hinterhältig in den Nacken gesprungen. Das Ganze war recht schnell und recht turbulent, aber rückblickend doch ein versöhnliches Ende von 2016.

Allerdings hat das alles mein Leben ziemlich durcheinander gewirbelt. Aber die Liebe hat auch dafür gesorgt, dass es neue Fotos gibt.

Wir waren Ende Februar in Wustrow. Ich bin noch nicht dazu gekommen, mich um die Fotos zu kümmern… aber hier gibt es erste Eindrücke.

Einfach nicht mein Jahr

Ihr Lieben,

das Jahr 2016 ist einfach nicht mein Jahr. Das dachte ich zwar auch schon letztes Jahr, aber in diesem Jahr scheint sich schlechtes Karma in einer Wolke über mir verdichtet zu haben und ständig kleine Blitze herunter zu schicken. Was immer ich in meinem vorherigen Leben angestellt haben mag: 2016 scheint Zahltag zu sein. Und ich muss mächtig böse gewesen sein!

Die essentiellen Dinge sind durchaus noch vorhanden: Job, Dach überm Kopf, Heizung und Essen auf dem Tisch. Auch die Beziehung läuft auf der gleichen Linie wie immer … nämlich der Null-Linie. Meine Familie ist -bis auf eine 90jährige Tante- noch vollständig. Was ich von meinen Tieren nicht gerade behaupten kann.

So musste ich in diesem Jahr vier Verluste hinnehmen: Dino, Christie und Alba aufseiten der Meerschweinchen und Lulu aufseiten der Kaninchen haben sich in diesem Jahr von mir verabschieden müssen.

Seit Januar habe ich quasi ein Dauer-Abo beim Tierarzt und ich kriege einfach keine Ruhe rein. Teilweise sind es keine schlimmen, aber lästige Dinge. Teilweise kommen dann eben Diagnosen wie Krebs.

Es gab natürlich auch Zuwachs. Der kleine Konstantin ist endlich bei mir eingezogen. Und auch das hat unüblich in die Länge gezogen, weil ständig irgendwas dazwischen gekommen ist.

Konstantin
Konstantin

Eigentlich hatte ich die Schnauze voll. Habe die Tiere mittlerweile auch von ihrem Sommerquartier draußen in ihr Winterquartier in die Wohnung geholt. Als Alba Anfang September gestorben ist, dachte ich, jetzt ist erstmal gut. Keine neuen Tiere, keine Eingewöhnung, Vergesellschaftung, Umgewöhnung. Doch dann starb vor einer Woche Lulu und ich muss wieder losziehen und eine neue Partnerin für Gustav holen, denn ein Kaninchen allein zu halten ist -wie bei Meerschweinchen übrigens- Tierquälerei. Aber Gustav muss noch etwas warten, bis Frauchen im Oktober Urlaub hat. Ich habe genug von Hau-Ruck-Aktionen und (unschönen) Überraschungen.

Zu Anfang des Jahres 2016 hatte ich mir einiges vorgenommen.

Meine Blogs auf eigenen Webspace umziehen, vielleicht sogar wieder eine eigene Webseite unabhängig von WordPress basteln. Regelmäßig die Blogs pflegen. Fotografieren gehen. Kleine Reisen unternehmen. Lesen. Jetzt haben wir Oktober, ich habe leidlich wenig fotografiert, bastle immer noch an meinen Blogs, von denen ich es kaum schaffe, sie überhaupt aktuell zu halten. Gereist bin ich maximal auf die Arbeit. Selbst meine üblichen Wochenend-Touren mit dem Fahrrad kann ich an einer Hand abzählen.

Fotografieren ist, wie gesagt, Mangelware in diesem Jahr. Und wenn ich dann mal gehe, kriege ich wenig auf die Reihe. Keine Ahnung, was mir in diesem Jahr fehlt, um mit meinen Bildern zufrieden zu sein. Wahrscheinlich ist es auf der einen Seite doch latenter Zeitdruck. Auf der anderen Seite quengel ich mit den Motiven und mit mangelnder, sich ewig ändernder Zielsetzung. Ich fotografiere plan- und ziellos. Konzentrationslos. Lustlos. Obwohl ich jedes Mal, wenn ich in einer Foto-Zeitschrift blättere, richtig Bock habe, die Kamera in die Hand zu nehmen. Aber wenn es dann soweit ist… Failure.

Obwohl ich immer gesagt habe, dass ein eigener NAS, also ein eigener kleiner Server, was für Poser, Protzer und Menschen mit Potenzprobleme ist, habe ich mir selbst einen zugelegt, nachdem die dritte externe Festplatte abgeraucht und der Platz auf meinem Laptop immer knapper wurde. Nun steht er hier, der kleine NAS. Die Grundidee dahinter … prima. Allerdings nicht, wenn man an einer generell langsamen INet-Leitung hängt (wir haben hier alles, was das Herz begehrt, zockeln aber dafür noch mit einer maximal 16000-DSL-Leitung durch die Gegend). Und wenn man das Ganze dann noch über WLAN mit einem Laptop betreiben will, kriegt man schnell Zweifel, ob so ein NAS die richtige Entscheidung gewesen ist. Bis ich ein Foto auf den NAS übertragen habe, habe ich es schneller nachgemalt. Deshalb will ich jetzt mal versuchen, wie die Geschwindigkeit ist, wenn ich den Laptop direkt ans Netz anschließe, also per Kabel. Aber natürlich hat mein Laptop keinen LAN-Anschluss. Also musste ich erst einen Adapter bestellen. Natürlich. Auf den warte ich jetzt und dann hoffe ich, dass zumindest das funktioniert. Und ich hoffe auf nächstes Jahr, denn dann soll hier endlich Breitband kommen.

Ansonsten habe ich eben an meiner Webseite gebastelt, um es relativ schnell wieder sein zu lassen. Früher habe ich mir Nächte um die Ohren gehauen und teilweise sogar mein Geld damit verdient, Webseiten zu stellen. Heute frage ich mich, woher ich damals die Energie genommen habe. So wurde aus der Webseite eine kleine Plattform und was habe ich gemacht? Genau: WordPress auf den Webspace aufgespielt.

Der Hintergrund des Ganzen war ursprünglich mal gewesen, dass es mich genervt hat, dass WordPress und Facebook unkompatibel sind. Ich habe in Facebook eine kleine Fotogruppe und es ist nicht möglich, einen WordPress-Artikel automatisch in einer Facebook-Gruppe zu posten. Also musste ich alles immer doppelt machen. Alles PlugIns, durch die ich mich gewühlt habe, haben entweder nicht oder nicht mehr funktioniert. Zwar ist es möglich, Artikel auf mehreren WordPress-Seiten crosszuposten, aber mal nach draußen … keine Chance. Oder zumindest leidlich eine.

Desweiteren wollte ich eine andere Möglichkeit, Fotos zu posten. Dabei bin ich auf Koken gestoßen, was auf den ersten Blick ganz nett ist, aber wenn man eine Weile damit arbeitet, stößt man schnell an seine Grenzen. Im Moment sieht meine Seite so aus: http://www.fraumagistra.de/koken/, aber es nervt mich, dass man z.B. die Größe der Bilder nicht verändern kann. Also bastel ich wieder an etwas anderem … wobei das eher theoretischer Natur ist, denn ich habe seit August keinen Strich mehr dafür getan. Kommt auf die Liste der „Muss-ich-mal-wieder“-to-dos. Die mittlerweile sowieso einmal um den Erdball reicht, da kommt es auf einen Eintrag mehr oder weniger auch nicht an.

Die Zeit rast. Ich hechele hinterher.

Ich folge euch allen im Stillen und hin und wieder schaffe ich es, selbst einen Beitrag zu posten oder zumindest ein „Gefällt mir“ und/oder einen kleinen Kommentar bei euch zu setzen.

Mehr scheint in diesem Jahr einfach nicht zu funktionieren.

(Hoffentlich) Bald zurück

Ihr Lieben,

bis auf ein paar sporadische Schnipsel habe ich mich in den letzten Wochen etwas rar gemacht. Das Wetter hat auch nicht besonders zum Fotografieren eingeladen, aber es  war doch noch das ein oder andere mehr am Start.

So hoffe ich, hier bald ein paar Worte zu meinem neuen NAS unterzubringen. Zudem habe ich an einer kleinen Webseite gearbeitet und ich habe von meinem Onkel eine analoge (!) Kamera-Ausrüstung geerbt. Abgesehen davon habe ich mir wieder eine Samsung-Handy zugelegt … was nicht zuletzt auch mit Fotografieren zu tun hat.

Seid mir nicht böse, wenn ich in letzter Zeit auch auf Kommentare etc nicht geantwortet habe. Ich hole es nach!

Und jetzt alle fest die Daumen für einen baldigen Sommer drücken!

April

Nelografies Projekt 366 Tage hält es einem vor Augen: Es sind schon wieder die ersten 100 Tage (genauer genommen heute 101 Tage) des Jahres vergangen.

Endlich hat auch hier das warme Wetter und die Sonne Einzug gehalten. Seit ein paar Tagen gibt es mehr Sonne statt Wolken und die Natur explodiert. Die Pollen auch. A*schlöcher.

Leider kam ich neben Arbeiten und Haus- und Haustierversorgung kaum zum Fotografieren. Important shit to do: neuen Rucksack kaufen, neue Bremsbeläge ans Fahrrad montieren und so. Heute hatte ich nun eigentlich losradeln wollen, aber dann ist mir aufgefallen, dass mein Kamera-Akku fast leer war. Zudem war es windig … und wenn es mich im Garten schon nervt, fluche ich aufm Fahrad auf freiem Feld noch mehr. Und der Oberschenkel zwickt sowieso. Kurz gesagt: bis ich heute endlich dazu kam, mal einen Gedanken daran zu verschwenden, dass ich mich mal aufs Fahrrad schwingen könnte, hatte ich keine große Lust. Das mit dem Akku stimmt allerdings! Irgendwo hatte ich aber auch ein schlechtes Gewissen, deshalb bin ich wenigstens etwas unmotiviert durch den Garten geschlichen.

Ich hatte außerdem heute Mittag beschlossen, ich könnte mich mal etwas intensiver mit Lightroom auseinander setzen. Also…durch den Garten geschlichen…Lightroom aufgerufen und … lange Rede, kurzer Sinn: Als ich mit dem Aussortieren fast fertig war, falschen Knopf gedrückt, alle Fotos gelöscht. *gnnn*

Als ich dann wieder von vorne angefangen habe, habe ich festgestellt, dass in meinem Bearbeitungscontainer, also die Partition, auf die erstmal wahllos alle Fotos geschoben werden, bis ich mich intensiver damit auseinander setzen kann, fast 2000 Fotos liegen. Wie sagte eine Freundin von mir neulich: „Ich muss mal ein Wochenende für Fotos blocken!“ Äh ja, ich wohl auch.

Ich müsste für so viele Dinge mal Zeit blocken. Aber irgendwie kriege ich sie nicht zu fassen, diese verdammte Zeit.

Fleißiges Bienchen
Fleißiges Bienchen

Buch: „Das Kamerahandbuch Canon EOS 70D“

Lange bin ich drum herum geschlichen, nun habe ich es mir doch zugelegt: „Das Kamerahandbuch Canon EOS 70D – Ihre Kamera im Praxiseinsatz“ von Holger Haarmeyer und Christian Westphalen.

Warum habe ich gezögert?

Aus zwei Gründen:

Zum einen ist das Buch relativ teuer und ich wollte es nicht online kaufen, ohne zu wissen, was mich erwartet. Ich wollte weder ein Buch, dass mir erstmal die Geschichte der Fotografie im allgemeinen und die von Canon im speziellen erzählt, sondern ein sehr konkretes Handbuch, in dem auf die Kamera und ihre (Einstellungs-)Möglichkeiten eingegangen wird. Mir sollte keiner erklären, dass ich vor dem Fotografieren den Deckel von der Linse nehmen muss, aber ich wollte auch nicht mit Fremdwörtern und/oder technischen Details zugeworfen werden.

Den zweiten Grund habe ich in Ansätzen schon erwähnt. Ich habe hier einige Bücher zum Thema Digitale Fotografie herumstehen. Die Mehrzahl der Seiten könnte ich getrost herausreißen, weil sie für mich keinen Mehrwert haben. Es ist ja ganz nett zu wissen, wie die Kamera technisch funktioniert und welche Physik dahinter eine Rolle spielt. Wo der Unterschied zwischen menschlichem Auge und einer Kameralinse liegt und wie sich das Licht im dritten Viertel bricht. Allerdings: das interessiert mich nicht. Ich will konkret wissen, wie ich mit welchen Grundeinstellungen was fotografiere. Worauf ich achten muss und wo der Fehler liegen könnte, wenn es so gar nicht funktionieren will. Leider legen viele Bücher eben den Fokus auf ersteres. Kapitelweise Technik, noch mehr allgemeines Blabla und in einem fitzelkleinen Teil wird es dann konkret. Davon habe ich also genug Bücher und brauche nicht noch eines für viel Geld.

Warum ich es doch gekauft habe.

Als ich mir die EOS 70D gekauft habe, hatte ich schon drei, vier Jahre mit der EOS 1100D auf dem Buckel und dachte mir: „Kennste eine, kennste alle!“ Ich musste jedoch zu meinem Leidwesen feststellen, dass dem eben nicht so ist. Genau genommen hat mir meine Erfahrung mit der kleineren Canon im Umgang mit der 70D nicht geholfen. Alles, was ich bei der Kleinen aus dem EffEff beherrschte, hatte bei der größeren nun keinen Taug mehr. Das Handbuch der Canon liegt digital auf einer CD. Da habe ich auch schon mal reingeguggt, aber ich schau mir kein komplettes Handbuch am PC an und zum Ausdrucken war es zu umfangreich. Einige konkrete Einstellungen kann man im Internet nachschauen, aber ALLE Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten? Ich hätte mir einen Wolf im Netz gesucht und gelesen. Vor allen Dingen interessierten mich der Autofokus (mit dem ich ja gerne meine Probleme habe/hatte) und was denn an der Kamera überhaupt was und wofür ist.

Als ich im Buchladen dann ein Buch für meinen Vater holen sollte, ist mir beim Stöbern auch die Fotografie-Abteilung aufgefallen und da stand es nun, griffbereit und vor allen Dingen bereit, schon vorab einen Blick hineinwerfen zu können. Ich habe es kurz durchgeblättert und da ich unmöglich aus einen Buchladen gehen kann, ohne für mich ein Buch mitzunehmen (Bücher für andere zählen nicht!), habe ich es mitgenommen.

Das Buch und seine Kapitel

Das Buch ist ein Hardback, riecht etwas streng und hat insgesamt -mit Index- 445 Seiten. Es ist aufgeteilt in insgesamt 8 Kapitel:

  1. Die Canon EOS 70 D kennen lernen (S. 13 – 61)
  2. Autofokus und Schärfe (S. 63 – 102)
  3. Belichtung (S. 105 – 171)
  4. Blitzfotografie (S. 175 – 209)
  5. Objektive (S. 213 – 261)
  6. Nützliches Zubehör (S. 267 – 290)
  7. Filmen mit der Canon EOS 70 D (S. 297 – 345)
  8. Alle Menüs und Einstellungen im Überblick (S. 349 – 430)

Die Kapitel haben dann noch diverse Unterpunkte, versteht sich.

Auch hier musste ich feststellen, dass für mich persönlich einige Kapitel nicht oder zumindest noch nicht interessant sind. Inbesondere 4. Blitzfotografie, 6. nützliches Zubehör und 7. Filmen mit der Canon hätte ich nicht gebraucht. Ich filme nicht mit einer Fotokamera. Wenn ich Filmen will, kaufe ich mich eine Filmkamera. Und das nützliche Zubehör: naaaja. Dass man ein Stativ braucht, kann man sich ungefähr denken. Regenschutz und Speicherkarten? Muss ich sowas eigene Seiten widmen? GPS-Empfänger? Wer auf sowas scharf ist, würde sich auch so darüber informieren können. Auch das erste Kapitel hätte für mich auf fünf oder sechs Seiten gekürzt werden können.

Ich habe jedoch die Kapitel 1 bis 3 – also etwa die Hälfte des Buches wirklich intensiv durchgearbeitet. Habe mir kleine Merker an den Rand gemacht und für mich wichtige Aussagen oder Tipps markiert.

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Die Kapitel (und ihre Unterpunkte) sind mit vielen Bildern aufgelockert und logisch aufgebaut. Am Ende eines jedes Kapitels ist dann der sogenannte „Praxistipp“, von dem ich nicht so überzeugt bin, ob es da nicht andere, bessere Praxistipps gegeben hat. So ist der Praxistipp beim Kapitel „Belichtung“  Panoramafotografie und außerdem lernen wir noch, wie wir aus einem Smartphone eine tolle Lichtquelle für ein Modellauto basteln. Na, wenn wir sonst nix zu tun haben beim Thema „Belichtung“.

Das erste Kapitel ist absolut für Anfänger gedacht. Es hätte wirklich nur noch gefehlt, dass da steht, man müsse den Deckel vom Objektiv nehmen. Aber trotzdem habe ich noch den ein oder anderen Hinweis auf irgendeinen Knopf gefunden, der mir bis dato noch nicht aufgefallen war. Ob es so wichtig war, dass es ich noch wüsste, wenn ich es mal brauchen sollte, weiß ich allerdings nicht.

Das zweite Kapitel – Autofokus und Schärfe – war endlich genau so, wie ich es mir gewünscht habe. Natürlich ist auch hier einiges an technischem Blabla enthalten, was man nun nicht unbedingt für die reine Nutzung der Kamera benötigt, aber ansonsten war es eine gute Mischung zwischen Anfänger- und Fortgeschrittenen-Wissen, das sehr gut und nachvollziehbar erklärte, wie der Autofokus funktioniert und warum er manchmal daneben haut. Es war für mich ein wirklich erleuchtendes „Aha!“-Ergebnis.

Das dritte Kapitel – Belichtung – indes war dann wieder eine Ernüchterung. Ich habe bisher noch kein Buch gefunden, bei dem ich nicht das Gefühl hatte, dem/der oder den Autor*innen wäre es nicht lästig, über so etwas doch ganz Logisches und Selbsterklärendes etwas schreiben zu müssen. Blende, ISO, Weißabgleich … Leute, das ist doch alles ganz klar!

Mir war es noch nie so ganz 100%ig klar und deshalb war ich nach dem Kapitel über den Autofokus total enttäuscht, dass auch hier das Thema Belichtung eher im Galopp und mit viel Technik, aber wenig Anwendungsbeispielen gespickt war. Da stehen dann so Sätze wie „Wenn Sie den ISO-Wert um den Faktor 2 erhöhen, können Sie den Blendenwert um den Faktor 1,4 erhöhen oder die Belichtungzeit halbieren und erhalten trotzdem die gleiche Bildhelligkeit.“ Ich hätte es gut gefunden, wenn man da mal ganz konkret ein Beispiel dazu geschrieben hätte, aber das ist dem Leser oder der Leserin selbst überlassen, sich einen Reim darauf zu machen. Leider gibt es in diesem Kapitel kaum konkrete Beispiele. Es wird viel theoretisiert und man könnte/sollte, aber tatsächlich verstanden habe ich genauso wenig wie vorher. Dafür ist man dann durch die verschiedenen „Betriebsarten der Belichtungseinstellungen“ – also P, Tv, Av und wie sie alle heißen- fröhlich durchgaloppiert und der Satz „Sie werden die Blende ohnehin von Hand wählen wollen, weil es für viele Motive einen optimalen Blendenbereich gibt, der wenige Variationen zulässt“ fand ich ein wenig übermotiviert, wenn man gerade erst dabei ist, die Kamera kennen zu lernen (dafür liest man ja dieses Buch!) und froh ist, wenn sie überhaupt einigermaßen das tut, was man will. Die „optimalen Blendenbereiche für viele Motive“ kenne ich zum Beispiel nicht.

Das vierte Kapitel „Blitzfotografie“ ist für mich uninteressant, da ich es hasse, mit Blitz zu fotografieren.

Im fünften Kapitel – „Objektive“ – werden eine relativ große Menge an Objektiven vorgestellt. Positiv: Es handelt sich dabei nicht nur um Canon-Objektive. Ein bisschen doof ist es halt, dass die Objektive da jetzt festgetackert sind und wenn das Buch mal zwei Jahre alt ist, vielleicht nicht mehr aktuell sind. Ich habe das Kapitel zwar erstmal nur überflogen, aber zumindest werden hier, bevor man bei den Beschreibungen der Objektive damit um sich schmeißt, Begriffe wie „Bokeh“, Brennweite und Lichtstärke erstmal erklärt. Ob man daraus schlau wird, kann ich noch nicht sagen, ich habe es zum einen erst überflogen und zum anderen bin ich mit meinen Objektiven im Moment sehr zufrieden, dass ich den Kauf eines weiteren erstmal nicht plane und mich daher mit dem Thema erstmal nicht auseinander setzen muss.

Das sechste Kapitel – „Nützliches Zubehör“ – habe ich auch erst überflogen. Es beschäftigt sich relativ ausgiebig mit Stativen und dann weniger ausgiebig mit Fernauslösern, GPS-Empfängern, Batteriegriff, Filtern, Streulichtblende, Regenschutz, Speicherkarten und der Sensorreinigung.

Filmen will ich nicht mit meiner Kamera und das achte Kapitel -„Alle Menüs und Einstellungen im Überblick“ werde ich mir mit Sicherheit nochmal in Ruhe zu Gemüte führen (müssen).

Fazit

Von den 445 Seiten hätte ich -zumindest mein Fazit bisher- mit einem Drittel, wenn nicht weniger, leben können.

Die Informationen zum Autofokus waren wirklich, wirklich hilfreich und wenn das ganze Buch in diesem Stil und auf diesem Niveau geschrieben wäre, dann hätte ich Kapitel, die sich mit Themen, die mich nicht interessieren, sehr leicht leben können. Es ärgert mich, dass das Thema „Belichtung“ in seiner Gänze mal wieder so lieblos geschrieben wurde, als ob doch jeder im Grunde wüsste, was damit gemeint ist, während man sich hingebungsvoll fast 50 Seiten mit dem Thema „Filmen“ abgibt, wozu die Kamera ja im Grunde gar nicht hauptsächlich ausgelegt ist. Diese 50 Seiten noch ein für die Belichtung genommen und dafür ein bisschen ausführlicher UND mit Beispielen auf Blende, ISO-Wert, Weißabgleich und Belichtungszeit eingegangen und man hätte zumindest den Hauptfokus besser gelegt.

Aber dieses Buch schafft es nicht, seinen Mittelweg beizubehalten und Anfängern sowie Fortgeschrittenen gerecht zu werden.

Nun kann man sagen, dass es das ohnehin nicht gibt. Das stimmt. Aber dann muss ich mich für eines entscheiden: Schreibe ich für Fortgeschrittene oder schreibe ich für Anfänger und – das tut dieses Buch nicht. Schreibe ich für Anfänger, so erkläre ich alles von Grunde auf. Meinetwegen eben auch, wie eine Kamera technisch funktioniert, die ganze Theorie dahinter blablabla. Schreibe ich für Fortgeschrittene, muss ich all das jedoch nicht mehr erwähnen.

Dieses Buch heißt „Das Kamerahandbuch Canon EOS 70D – Ihre Kamera im Praxiseinsatz“ und genau das hat mir in ganz großen Teilen gefehlt: der Praxiseinsatz. Die ganz konkreten Einsatzmöglichtkeiten, mehr Beispiele, mehr Einstellungsbeispiele, Tipps für Fehlerbehebungen, How to’s, usw.

Das Kapitel mit dem Autofokus hätte ich wahrscheinlich inhaltlich auch im Internet gefunden.

Trotzdem bin ich nicht ganz unzufrieden. Ich bin zwar enttäuscht, aber Enttäuschung kommt ja auch daher, dass man sich etwas anderes vorgestellt und das eben nicht bekommen hat. Also nehme ich das Buch als das, was es ist: ein Nachschlagewerk, in dem ich noch das ein oder andere nachblättern kann. Das Kapitel mit den Objektiven könnte ja noch mal interessant werden und auch die Menüs und Einstellungsmöglichkeiten könnten ja noch den ein oder anderen Schatz verbergen.

Ich wüsste jedoch nicht, wem ich dieses Buch empfehlen sollte: Einem Anfänger oder einem Fortgeschrittenen. Aber ich weiß: Wer immer es sich kaufen möchte, der sollte unbedingt in eine Buchhandlung gehen und sich das Buch vorher gründlich ansehen. Länger hinein lesen. Und sich dann gut überlegen, ob das Preis-Leistungsverhältnis für einen selbst in Ordnung ist.

Es gibt übrigens noch ein zweites, ähnliches Buch: „Canon EOS 70D: Das Handbuch zur Kamera“ von Dietmar Spehr. Aber ich befürchte, das wird auch nicht anders sein.

 

Reactivation: Panasonic Lumix DMC-FZ7

Meine Wohnung ist viel zu groß für mich alleine. Sie bietet einfach zu viel Platz, um Dinge irgendwo hinzulegen und dann zu vergessen. Oder zu ignorieren. Oder beides. Oder Dinge von A nach B zu tragen und sie dann zu vergessen. Oder zu ignorieren…

Ich habe seit bestimmt zwei Jahren lang tapfer eine kleine Tüte von Thalia von einem Ort zum nächsten geschleppt. Das Problem an dieser Tüte ist, dass sie farblich einfach irgendwie immer passt und mich deshalb visuell nicht genug beleidigt hat, als dass ich sie endlich mal ausräumen würde. Dabei wusste ich da sowieso, was drin war: meine alte DigiCam, eine Panasonic Lumix DMC-FZ7.

Nachdem ich mir die Canon 1100 D und später die 70D gekauft hatte, ist meine alte Kamera in den Schrank mit dem Elektrolager gelandet. Das ist nicht das Lager für den Elektroschrott! Im Elektrolager lagern Dinge, die man irgendwann ja nochmal gebrauchen könnte: alte Telefone, alte Handys, Kabel (oh! natürlich! Kabel!), diverse Dinge, von denen man nicht mehr weiß, wofür man sie benutzt und eben meine alte Digicam.

Nun hat mich irgendwann vor zwei Jahren mal jemand gefragt, ob ich nicht für ein junges Mädel eine Kamera für die Klassenfahrt hätte, das Handy wäre ja jetzt dann halt doch nicht sooo gut. Da habe ich meine Lumix aus dem Schrank geholt, in eben jene Tasche gepackt und mitgegeben. Allerdings habe ich sie relativ schnell wieder zurückerhalten, weil … zu kompliziert. Gut, dazu sage ich jetzt mal nichts, aber seit diesem Tag lag die Tüte hier rum.

Am Freitag hatte ich beschlossen, dass ich mal wieder richtig Lust darauf hätte, mit meiner alten Lumix fotografieren zu gehen. Dann allerdings stellte ich fest, dass sie nicht mehr so funktionierte, wie ich dachte, dass sie funktionieren sollte. Kurz hatte ich im Verdacht, dass jemand die Kamera gelyncht hatte, während sie ausgeliehen war. Aber lange Rede, kurzer Sinn: Diese Kamera kann halt nur mit Karten bis maximal 2 GB. So eine habe ich gar nicht mehr! Aber wozu gibt es Amazon?

Ich habe keine Ahnung mehr, wann ich mir die Lumix damals gekauft habe. Und warum. Ich hatte zwar früher schon mal Phasen, in denen ich ganz gerne mal geknipst habe, aber wenn ich so recht darüber nachdenke, hat sie wahrscheinlich 90% der Zeit einfach nur herum gelegen. Bis ich Anfang 2012 Probleme mit der Schulter und dem Nacken bekommen habe und man mir sagte, ich solle mich möglichst viel bewegen. So bin ich jeden Tag spazieren gegangen oder habe mich aufs Fahrrad geschwungen. Bloß kennt man eben irgendwann auch jeden Stein und jedes Blatt und so bin ich damals auf die Idee gekommen, ich könnte ja mal die Kamera mitnehmen. Das war, in Kurzform, der Beginn (m)einer Leidenschaft. Ein halbes Jahr später ist dann die erste Canon bei mir eingezogen.

Zurück zur Lumix:

Ich hatte mir damals eine Panasonic Lumix gekauft, weil ich ziemlich begeistert von deren eingebauten Bildstabilisator gewesen bin. Mein Vater hatte ebenfalls eine kleine Lumix und knipste, wenn meine Eltern im Urlaub gewesen sind. Die Bilder waren scharf, farbtreu und es gab nichts an ihnen zu meckern.

Zwar hat auch die DMC-FZ7 schon die verschiedene Einstellungsmodi, die man auch heute an den Kameras findet (P(rogramm), A (Blendenöffnungvorrang), M(anuelle Belichtung) etc.), aber ich habe damals wohl nur den „Einfach-Modus“ genutzt. Vielleicht mag es daran gelegen haben, vielleicht war es aber tatsächlich einfach eine Schwäche aller oder zumindest der beiden Lumix-Modelle, die ich kannte: So lange das Licht gut war, haben die Kameras sehr geile Bilder gemacht. Aber wehedem, es wurde dunkler – ob nun Dämmerlicht oder einfach Innenfotografieren bei leicht gedämpftem Licht. Da knickte die Kamera ein. Was schade war, denn so war sie eigentlich nur eine Gut-Wetter-Kamera. Oder zumindest Outdoor.

Dafür hat sie andere Qualitäten: sie ist ein Fliegengewicht gegen meine Canon, sie ist klein(er) und trotzdem griffig.

mumix1
Die Canon und die Lumix #1
lumix2
Die Canon und die Lumix #2

Sie passt in Taschen und Rucksäcke und sie ist wirklich einfach zu bedienen – wenn es jemandem nicht zu kompliziert ist, den Deckel vom Objektiv zu nehmen und die Kamera anzuschalten. Zudem hat sie auch eine Zoomfunktion. Kurz: die perfekte Kamera für Schnappschüsse bei Spaziergängen! Zudem habe ich einen zweiten Akku und wie es aussieht, ist sie auch noch voll funktionstüchtig, denn rückblickend ist sie noch nicht oft benutzt worden.

Deshalb habe ich beschlossen, sie mit ins Büro zu nehmen und dort in meinem Schreibtisch zu bunkern. So kann sie mich auf Rundgängen im Park begleiten und/oder steht zur Verfügung, wenn mir einfach mal nach Fotografieren zumute ist.