(Foto-)Fazit: Flensburg

So, nun ist meine einwöchige Reise nach Flensburg auch schon wieder vorbei und es ist Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen.

Flensburg ist keine Stadt mit Prunk und Protz. Es ist auch keine große Stadt und auf den ersten Blick fragt man sich, was man denn in Flensburg überhaupt soll.

Fototechnisch bietet der Hafen natürlich die Spielwiese überhaupt. Morgens, mittags, abends, nachts. Es ist ein eher „kleiner“ Hafen, den man sehr leicht auch zu Fuß um“runden“ kann.

Ansonsten geht in Flensburg und Umgebung ganz schön viel mit dem Fahrrad. Wenn man ein bisschen Kondition hat, denn … wer hätte es gedacht? Von wegen flacher Norden, es geht teilweise ganz schön krass bergauf. Eigentlich … immer. Zumindest gefühlt. Hätte ich noch ein bisschen mehr Zeit gehabt, hätte ich wahrscheinlich längere Touren gemacht. Sollte ich nochmal hinfahren, werde ich mein eigenes Fahrrad mitnehmen oder mich gründlicher bei sämtlichen Fahrradverleihen umschauen. Das Fahrrad, das ich mir bei der Touristikinformation geliehen habe (3 Tage = 27 €), war jetzt eher so das Einfachste vom Einfachen und wird auch nicht unbedingt auf die eigene Körpergröße eingestellt. Aber es ist ganz ordentlich gefahren und man ist in relativ kurzer Zeit an den verschiedensten Orten.

Flensburg ist keine Insel und ist auch nicht St. Peter Ording. Wer also Meeres-Flair und kilometerlange Sandstrände erwartet, wird bitter enttäuscht sein. Es gibt einen kleinen Sandstrand, aber wenn ich „klein“ sage, dann meine ich „klein“. Da muss man schon ein bisschen weiter fahren, nehme ich an. Bis nach Dänemark.

Apropos Dänemark: Dänemark ist einen Katzensprung weg. Leider ist es mir trotzdem nicht gelungen, einen Ausflug dorthin zu machen. Vielleicht ein andermal.

Okay, Flensburg. Was fällt mir da jetzt spontan ein?

  • Der Hafen (hatten wird schon)
  • Der Museumsberg (dort gibt es Ausstellungen, ob es da ein „echtes“ Museum gibt, weiß ich nicht)
  • Der Strand
  • Fahrradfahrer
    Was ziemlich cool ist, denn es gibt sehr viele Radwege und deshalb ist das Radfahren da viel entspannter. Allerdings ist dafür die Wahrscheinlichkeit, von einem Radfahrer überfahren zu werden, wesentlich größer als die, von einem Auto erwischt zu werden!
  • Marineschule
    Von mir fälschlicherweise immer als „Die Burg“ bezeichnet
  • Viele kleine Gassen und Hinterhöfe und Kopfsteinpflaster
  • Unglaublich nette und entspannte Menschen, die dir nach zwei Minuten das Gefühl geben, du wärst schon mal mit ihnen besoffen die Treppe runtergefallen. (Ausnahmen bestätigen allerdings auch hier die Regel).
  • Möwen (!)
  • Angler
    (Ich habe zu jeder Tages-, vor allen Dingen aber zu jeder Abends- und Nachtzeit Angler gesehen)
  • Dänemark
  • Volkspark
    (an dem bin ich allerdings verzweifelt, denn ich habe den Eingang nicht gefunden!)

Kurz und gut: Flensburg war anders, als ich es erwartet hatte und auf den ersten Blick hat es wirklich nicht viel zu bieten. Das, was es zu bieten hat, ist meist klein und überschaubar. Das hat den Vorteil, dass man mehrere Stationen an einem Tag abhaken kann. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mich auf einem relativ kleinen Raum bewegt habe und dass es viele Dinge gibt, die entdeckt werden müssen. Wir reden hier wirklich von der klassischen Laufarbeit mit der Kamera in der Hand und Augen offen halten. Es gibt viele kleine Ecken und Winkel und ich habe bei weitem nicht das Programm abgespult, das man in Flensburg abspulen kann … und wenn schon nicht in Flensburg, dann aber in naher Umgebung.

Etwas enttäuschend waren die Parks, da bin ich anderes gewöhnt als einfach nur etwas lieblose Grünflächen. Auch ist Flensburg nicht herausgeputzt und wie mir ein netter Herr im Gespräch im Hafen auf einer Bank in der Sonne erzählte, ist Flensburg renovierungsbedürftig, aber es wird an vielen Ecken angefangen und dann nicht mehr weitergemacht. Ja, den Eindruck hatte ich auch. Auch macht Flensburg einen ein wenig abgenutzten Eindruck – eben weil wenig renoviert wird, vieles auch leersteht und übertrieben gesagt: vor sich hin gammelt. Das ist auf den ersten Blick etwas erschreckend und auch enttäuschend, aber dann wieder ist es ehrlicher als andere Städte, die vorne hui und in den nächsten zwei Querstraßen pfui sind.

Flensburg ist eine Stadt, die eben ist, wie sie ist. Sie versucht nichts zu verstecken, hier gibt es kein „mehr Schein als Sein“. Das mag eine Herausforderung fürs Fotografieren sein, allerdings eröffnen sich dadurch auch völlig andere Möglichkeiten. Es gibt eben wenige Sehenswürdigkeiten, aber es gibt viele Kleinigkeiten, versteckt oder so offensichtlich, dass man sie beinah schon übersieht.

Ich habe mich, auch aufgrund der geringen Zeit, an die einfachen Dinge gehalten: den Hafen hauptsächlich, Schiffe, Möwen. Auch Nachtaufnahmen und früh morgens fotografiert.

Wer es unspektakulär mag, wer gerne in Hinterhöfen herumstromert, wer die Herausforderung sucht, auch Motive zu finden, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, der ist in Flensburg gut bedient. Allerdings sollte man sich vorher gut informieren und vielleicht ein bisschen mehr Zeit mitbringen, um auch die „Außenbezirke“, Glücksburg, Dänemark und andere Stationen anfahren zu können. Flensburg ist super per Fuß und per Bus (und natürlich per Schiff) zu beackern. Wer sich ein Fahrrad leihen möchte, dem sei gesagt, dass es da oft bergauf geht und dass man sich an verschiedenen Stellen die Drahtesel mal zeigen lassen sollte. Mir hat mein Fahrrad für die drei Tage gereicht, größere Touren hätte ich damit allerdings nicht machen können.

 

 

Museumsberg

Wenn hier nochmal einer behauptet, alles im Norden wäre ja flaches Land, dem hau ich meine abgelaufenen Schuhe um die Ohren! Von wegen … hier geht es ständig bergauf.

Heute bin ich also auf den Museumsberg gekraxelt, um mit die Ausstellung „Tierische Portraits“ von Walter Schels anzuschauen. Es waren zwar wenige Bilder, aber für jemanden wie mich, der sowohl Tiere als auch Fotografieren liebt, eine schöne Ausstellung.

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Auf dem Museumsberg selber hätte ich mit Sicherheit mehr rausholen können, aber ich habe irgendwie nicht so den Zugang gefunden.

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Dann bin ich auf die andere Straßenseite auf den Alten Friedhof, aber auch da hat es mich nicht wirklich gepackt. Außer dass mir immer wieder klar wird, wenn man die Gräber betrachtet,  wie sinnlos, sinnlos, sinnlos Krieg ist. Dafür hat es da aber den Instedt-Löwen, der, wenn ich das richtig gelesen habe, ein Symbol sein soll, dass sich Deutsche und Dänen nie wieder bekriegen wollen.

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Zu guter Letzt noch schnell weiter in den Christiansen-Park. Aber ganz ehrlich: das ist grün und da sind Bäume und hier und da eine Wasserpfütze mit einem „Bitte nicht füttern“-Schild (äh…was genau soll ich da denn nicht füttern?!) und das war’s. Also … ein kurzer Natur-Shot und ein kleiner underfoot und das war’s dann.

Aber wisst ihr, was wirklich schwierig ist in Flensburg? Einen Kaffee-to-go zu kriegen.

Flensburg Hafen … auf die Schnelle

Ich hatte heute gar nicht zum Hafen gehen wollen, aber als ich dann so gegen 10 Uhr in meiner kleinen Wohnung saß und überlegte, dass ich -mittags- gerne in eine Ausstellung auf dem Museumsberg gehen wollte, habe ich mich gefragt, warum ich noch bis Mittag rumsitzen und Däumchen drehen soll, da kann ich auch mal „kurz um den Block wandern“. Tja, nur führt das beinah unweigerlich zum Hafen.

Blöderweise kam ich von der falschen Seite und lief der Sonne entgegen … und ich hatte ja gar nicht zum Hafen gewollt, also waren die Bilder mehr so die Schnappschüsse. Aber sehr nett: wann immer man sich in Flensburg auf eine Bank setzt, kommt irgendjemand und erzählt einem etwas über Flensburg oder man kann ganz zwanglos nett plaudern. Deshalb wurde auch aus dem „kurz“ ein zweistündiger Trip. Aber es war schön in der Morgensonne da zu sitzen und sich einfach mit wildfremden Leuten zu reden. Diese Punkt geht an Flensburg!

Nichtsdestotrotz habe ich noch einen Tag nur für den Hafen eingeplant, an dem ich mich dann richtig auf alles konzentrieren kann.

Möwen! Ich liebe Möwen! ❤ ❤