Ein Tag am See

Gut, der Titel stimmt nicht wirklich. Ich war nicht *wirklich* an einem See, also zumindest ist das keiner, in dem man schwimmen kann. Und schon gar keinen ganzen Tag lang, sondern gerade mal zwei Stunden. Aber heute war mir alles egal. Ich habe erledigt, was ich erledigen musste und habe zu allem anderen „Nein!“ gesagt. Heute war das Wetter toll und … meine Woche war es bis dato weniger gewesen. Ich musste raus. Ich wollte fotografieren. Egal, was, egal, wie es am Ende ausschauen würde. Aber einfach mal zwei Stunden Pause vom Alltag.

Dieser See ist nicht weit von mir, aber es reicht, um in der Natur zu sein. Jetzt, im Frühjahr, wenn noch alles kahl ist, sieht man auch den kleinen Bach, der sich dort entlang schlängelt. Auf dem See gibt es Stockenten. Ich liebe Enten und Gänse. Ich weiß gar nicht, wie ich es jeden Morgen im Park am Ententeich vorbei auf die Arbeit schaffe, ohne, dass meine Chefin mich dort abholen und an den Ohrläppchen reinzerren muss.

Für die Romantiker – sind Romantiker anwesend? – gibt es dort normalerweise ein Schwanenpärchen, meistens im Sommer dann mit Jungen. Heute war der Papa allein und nicht erpicht darauf, mich zu sehen. Wir haben uns auf einen Sicherheitsabstand von etwa 10 m geeinigt.

Ansonsten ist es Natur, so, wie es hier so aussieht, wenn man sich mal eine Viertelstunde aufs Fahrrad setzt. Bis auf die Strommasten eigentlich ganz nett. Und die Ecke dahinten ist auch relativ ruhig, gerade gegen Nachmittag. Da kann man einfach nur abschalten.

Der See…

…und sein Getier.

Am Bach gleich daneben.

Bäume…

…und Gräser.

Es wird doch nun endlich Zeit für Frühling.

Okay, scheiße … aber immerhin…

Da habe ich also im Schweiße meines Angesichts meine Kamera mit auf die Arbeit geschleppt. Im Gegensatz zu meiner alten Canon scheint die 70D bei gleichem Maßen mindestens doppelt so viel zu wiegen. O.O Geplant war eine nette, ruhige Runde des Abends durch den Park vor meiner Bürotür – nach Feierabend.

Aber wie es dann eben so ist, haben sich andere Dinge dazwischen gedrängelt (Böse Menschen nennen es, man habe sich verquatscht!), so dass ich am Ende mehr oder weniger hysterisch eine zwanzigminütige Tour durch den Park gesprintet bin, um die Kam wenigstens nicht ganz umsonst dabei gehabt zu haben. Natürlich hatte ich kein Stativ dabei – es wird sich schon irgendwas finden, wo man die Kamera darauf legen kann. Nee, nicht wirklich! Verdammt! So musste wahlweise mein Knie oder der Boden herhalten. Beides nicht optimal, aber ich hatte mich damit abgefunden, dass es ohnehin nur ein „Nur mal grob ausprobieren“ sein würde.

Den Bulb-Modus beherrschen wir ja schon ganz gut. Allerdings kann ich  ja nicht immer, wenn ich abends draußen bin, mit Bulb fotografieren. Schon gar nicht freihändig! Und wieder einmal lagen die 70D und ich im Kampf miteinander. Dann drehte ich, mittlerweile genervt und ordentlich durchgefroren, wild sämtliche Knöpfe und siehe da! Das Ding pariert … äh … funktioniert! Also noch eine Runde wild klickend durch den Park, wohl wissend, dass die Canon, aus reiner Bosheit und zur persönlichen Rache versteht sich!, die ISO wieder hochdrehen wird und es mir die Bilder vergrieselt.

Am Ende sind die Bilder zwar scheiße, aber mit einer Menge Potenzial. Da geht was! Ganz bestimmt. 🙂

Fighting Canon 70D #2: Sonne und Licht

Heute war ich den Tag über mit meinem Wohnzimmer beschäftigt. Damit mir aber keiner sagen kann:“Ha, da jammerst Du übers schlechte Wetter und wenn die Sonne scheint, kriegst Du Deinen Kadaver nicht vors Loch“ habe ich mich tapfer aufs Fahrrad geschwungen. Auf dem Rücken meine 70D. Viel vom Tag blieb nicht, bis die Sonne verschwinden würde. Im Winter hat man eben doch nur einen begrenzten Zeitraum. Der Sonnenuntergang war heute auf 16:42 Uhr angesetzt, aber die Wolken haben ihn ein bisschen vorgezogen. Dabei hatte ich mein Tamron SP AF 17-50mm 2,8 Di II VC Objektiv. Das hatte ich mir damals in Flensburg  bei Foto Raake gekauft. Falls ihr mal in Flensburg sein: super Laden, extrem nett, tolle Beratung und wenn ihr ein Problem habt, schauen die sich eure Bilder direkt am PC an und sagen euch, wo ihr noch ne Schraube drehen könnt. Das erste Mal kam das Objektiv nachts am Hafen zum Einsatz. Ebenso in den frühen Morgenstunden, ebenfalls am Hafen. Sollte was schiefgehen … am Objektiv kann es nicht liegen.

Das erste (und bisher einzige) Mal, als ich mit meiner Canon draußen gewesen bin, war im November bei dickstem Nebel. Da hat sie sich eigentlich sehr tapfer geschlagen und meine Begeisterung war groß. Mittlerweile etwas ernüchtert war ich gespannt, wie sie sich bei gutem Licht präsentieren würde. Was macht er also, der Autofokus?

Bei meiner EOS 1100 D habe ich meistens die Blendenautomatik gewählt. Sprich: Ich stelle die Verschlusszeit ein, die Kamera die Blende. Die Canon EOS 1100D hat bei mir stets dazu geneigt, die Bilder überzubelichten. Deshalb hatte ich die Belichtungskorrektur grundsätzlich auf -1 eingestellt. Die Canon EOS 70D neigt nun zum Gegenteil: Bei gleichen Einstellungen wie bei der 1100D neigt sie zum Unterbelichten. Also habe ich die Belichtungskorrektur auf +1 eingestellt.

Dann war es okay.

Also…Schätzelein…was kannste?

Anbei eine Auswahl der Bilder direkt von der Speicherkarte. Kein Photoshop, kein Lightroom, keine sonstige Bearbeitung.

Na, das sieht doch relativ ordentlich aus. Wie gesagt, es ging mir erstmal vor allen Dingen um die Schärfe und den (Auto)Fokus.

Und jetzt zu den Bildern, auf die ich am besten gespannt war: Der Autofokus bei Nahaufnahmen. Tut er das, was ich will? Fokussiert er das, was ich anpeile oder streckt er mir den mittelsten Finger entgegen?

Okay, ich würde sagen, so langsam werden wir uns einig. 😀

Ups.
Ups.

 

 

 

 

 

 

 

Diese Bild muss ich der Canon verzeihen, da bin ich nämlich fast in den Graben gekippt. 😀

Zu guter Letzt noch mal die Sonne, bevor sie sich dann endgültig verkrümmelt hat.

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Ich hatte heute nicht viel Zeit und zugegeben auch nicht viel Muße. Aber ich bin erstmal erleichtert, denn von dem 80%igen (!) Ausschuss, von dem bei der Canon 70D häufig gesprochen wurde, habe ich soweit erstmal nichts bemerkt. Für ein erstes Mal bei diesen Lichtverhältnissen bin ich zufrieden. Ich habe mit größerem Frust gerechnet. Auch damals im Nebel hat sich die 70D recht gut benommen. Kritisch soll es ja ohnehin nur in einem Blendenbereich bis 2,8 sein.

Jetzt bin ich erstmal etwas beruhigt(er) und hoffe darauf, die nächste Runde mit mehr Zeit und Muße angehen zu können.

Nebel

Wahrscheinlich hat heute überall in Deutschland die Sonne geschienen…aber hier war Nebel. Eine unschöne graue Nebelsuppe. Und ich habe hier eine neue Kamera. Ich habe versucht, meine zwei Jungs zu weiteren Fotos zu überreden. Bei den Mädels habe ich es erst gar nicht versucht. Nachdem ich meine Kakteen abgelichtet hatte, den Teppich, die Bücher … alles in allem wenig befriedigend … und in Anbetracht der Tatsache, dass wir nun mal November haben und ich nicht zur Schön-Wetter-Fotografin mutieren möchte, habe ich also meinen Rucksack gepackt und bin losgezogen.

Bahnhof

Bahnhof und Gleise geht immer. Morgens, mittags, abends, nachts … und auch bei Nebel.

Natur

Es gibt nichts Öderes als herbstliche Natur im Nebel. Jede Farbe wird geschluckt. Dann kann man gleich auf monochrom umschalten. Und doch … irgendwas hat es. Etwas Düsteres, etwas Schläfriges.

Natürlich hat noch nicht alles geklappt mit der neuen Kamera, aber ich bin sehr zufrieden soweit.

Die 70D ist mir schon jetzt sehr sympatisch und ich habe nicht das Gefühl, einen Fremdkörper in den Händen zu halten. Die Einstellungen sind, wenn man schon eine Canon gewöhnt ist, recht intuitiv. Das schwenkbare Touchscreen-Display ist mir sofort ans Herz gewachsen … wie konnte ich bisher ohne so etwas leben?!

Die Serienbild-Aufnahme ist, im Gegensatz zu meiner alten Kamera, der Hammer. Die Kamera donnert gefühlt 400 Bilder pro Sekunde.

Leider bin ich im November ziemlich eingebunden, aber vielleicht habe ich ja doch noch das ein oder andere Mal Glück, dass einigermaßen passables Wetter und freie Zeit auf einen gemeinsamen Punkt fallen. Ansonsten … das nächste Jahr kommt bestimmt. 🙂

Goldener Oktober 2013

Ich hatte zufällig meine Kamera im Büro dabei und bin dann einfach mal eine halbe Stunde durch die Gegend gelaufen. Meine Art der Entspannung. Gut, eine halbe Stunde ist nicht viel Zeit, deshalb sind es mehr „Schnappschüsse“ als konzentrierte und einigermaßen durchdachte Fotos, aber wer ist schon immer konzentriert und durchdacht, wenn er die Herbstsonne genießt und den eigenen Arbeitsplatz zelebriert? 😉

Mehr Fotos in meinem Flickr-Album: http://flic.kr/s/aHsjKiLXgv