Einfach nicht mein Jahr

Ihr Lieben,

das Jahr 2016 ist einfach nicht mein Jahr. Das dachte ich zwar auch schon letztes Jahr, aber in diesem Jahr scheint sich schlechtes Karma in einer Wolke über mir verdichtet zu haben und ständig kleine Blitze herunter zu schicken. Was immer ich in meinem vorherigen Leben angestellt haben mag: 2016 scheint Zahltag zu sein. Und ich muss mächtig böse gewesen sein!

Die essentiellen Dinge sind durchaus noch vorhanden: Job, Dach überm Kopf, Heizung und Essen auf dem Tisch. Auch die Beziehung läuft auf der gleichen Linie wie immer … nämlich der Null-Linie. Meine Familie ist -bis auf eine 90jährige Tante- noch vollständig. Was ich von meinen Tieren nicht gerade behaupten kann.

So musste ich in diesem Jahr vier Verluste hinnehmen: Dino, Christie und Alba aufseiten der Meerschweinchen und Lulu aufseiten der Kaninchen haben sich in diesem Jahr von mir verabschieden müssen.

Seit Januar habe ich quasi ein Dauer-Abo beim Tierarzt und ich kriege einfach keine Ruhe rein. Teilweise sind es keine schlimmen, aber lästige Dinge. Teilweise kommen dann eben Diagnosen wie Krebs.

Es gab natürlich auch Zuwachs. Der kleine Konstantin ist endlich bei mir eingezogen. Und auch das hat unüblich in die Länge gezogen, weil ständig irgendwas dazwischen gekommen ist.

Konstantin
Konstantin

Eigentlich hatte ich die Schnauze voll. Habe die Tiere mittlerweile auch von ihrem Sommerquartier draußen in ihr Winterquartier in die Wohnung geholt. Als Alba Anfang September gestorben ist, dachte ich, jetzt ist erstmal gut. Keine neuen Tiere, keine Eingewöhnung, Vergesellschaftung, Umgewöhnung. Doch dann starb vor einer Woche Lulu und ich muss wieder losziehen und eine neue Partnerin für Gustav holen, denn ein Kaninchen allein zu halten ist -wie bei Meerschweinchen übrigens- Tierquälerei. Aber Gustav muss noch etwas warten, bis Frauchen im Oktober Urlaub hat. Ich habe genug von Hau-Ruck-Aktionen und (unschönen) Überraschungen.

Zu Anfang des Jahres 2016 hatte ich mir einiges vorgenommen.

Meine Blogs auf eigenen Webspace umziehen, vielleicht sogar wieder eine eigene Webseite unabhängig von WordPress basteln. Regelmäßig die Blogs pflegen. Fotografieren gehen. Kleine Reisen unternehmen. Lesen. Jetzt haben wir Oktober, ich habe leidlich wenig fotografiert, bastle immer noch an meinen Blogs, von denen ich es kaum schaffe, sie überhaupt aktuell zu halten. Gereist bin ich maximal auf die Arbeit. Selbst meine üblichen Wochenend-Touren mit dem Fahrrad kann ich an einer Hand abzählen.

Fotografieren ist, wie gesagt, Mangelware in diesem Jahr. Und wenn ich dann mal gehe, kriege ich wenig auf die Reihe. Keine Ahnung, was mir in diesem Jahr fehlt, um mit meinen Bildern zufrieden zu sein. Wahrscheinlich ist es auf der einen Seite doch latenter Zeitdruck. Auf der anderen Seite quengel ich mit den Motiven und mit mangelnder, sich ewig ändernder Zielsetzung. Ich fotografiere plan- und ziellos. Konzentrationslos. Lustlos. Obwohl ich jedes Mal, wenn ich in einer Foto-Zeitschrift blättere, richtig Bock habe, die Kamera in die Hand zu nehmen. Aber wenn es dann soweit ist… Failure.

Obwohl ich immer gesagt habe, dass ein eigener NAS, also ein eigener kleiner Server, was für Poser, Protzer und Menschen mit Potenzprobleme ist, habe ich mir selbst einen zugelegt, nachdem die dritte externe Festplatte abgeraucht und der Platz auf meinem Laptop immer knapper wurde. Nun steht er hier, der kleine NAS. Die Grundidee dahinter … prima. Allerdings nicht, wenn man an einer generell langsamen INet-Leitung hängt (wir haben hier alles, was das Herz begehrt, zockeln aber dafür noch mit einer maximal 16000-DSL-Leitung durch die Gegend). Und wenn man das Ganze dann noch über WLAN mit einem Laptop betreiben will, kriegt man schnell Zweifel, ob so ein NAS die richtige Entscheidung gewesen ist. Bis ich ein Foto auf den NAS übertragen habe, habe ich es schneller nachgemalt. Deshalb will ich jetzt mal versuchen, wie die Geschwindigkeit ist, wenn ich den Laptop direkt ans Netz anschließe, also per Kabel. Aber natürlich hat mein Laptop keinen LAN-Anschluss. Also musste ich erst einen Adapter bestellen. Natürlich. Auf den warte ich jetzt und dann hoffe ich, dass zumindest das funktioniert. Und ich hoffe auf nächstes Jahr, denn dann soll hier endlich Breitband kommen.

Ansonsten habe ich eben an meiner Webseite gebastelt, um es relativ schnell wieder sein zu lassen. Früher habe ich mir Nächte um die Ohren gehauen und teilweise sogar mein Geld damit verdient, Webseiten zu stellen. Heute frage ich mich, woher ich damals die Energie genommen habe. So wurde aus der Webseite eine kleine Plattform und was habe ich gemacht? Genau: WordPress auf den Webspace aufgespielt.

Der Hintergrund des Ganzen war ursprünglich mal gewesen, dass es mich genervt hat, dass WordPress und Facebook unkompatibel sind. Ich habe in Facebook eine kleine Fotogruppe und es ist nicht möglich, einen WordPress-Artikel automatisch in einer Facebook-Gruppe zu posten. Also musste ich alles immer doppelt machen. Alles PlugIns, durch die ich mich gewühlt habe, haben entweder nicht oder nicht mehr funktioniert. Zwar ist es möglich, Artikel auf mehreren WordPress-Seiten crosszuposten, aber mal nach draußen … keine Chance. Oder zumindest leidlich eine.

Desweiteren wollte ich eine andere Möglichkeit, Fotos zu posten. Dabei bin ich auf Koken gestoßen, was auf den ersten Blick ganz nett ist, aber wenn man eine Weile damit arbeitet, stößt man schnell an seine Grenzen. Im Moment sieht meine Seite so aus: http://www.fraumagistra.de/koken/, aber es nervt mich, dass man z.B. die Größe der Bilder nicht verändern kann. Also bastel ich wieder an etwas anderem … wobei das eher theoretischer Natur ist, denn ich habe seit August keinen Strich mehr dafür getan. Kommt auf die Liste der „Muss-ich-mal-wieder“-to-dos. Die mittlerweile sowieso einmal um den Erdball reicht, da kommt es auf einen Eintrag mehr oder weniger auch nicht an.

Die Zeit rast. Ich hechele hinterher.

Ich folge euch allen im Stillen und hin und wieder schaffe ich es, selbst einen Beitrag zu posten oder zumindest ein „Gefällt mir“ und/oder einen kleinen Kommentar bei euch zu setzen.

Mehr scheint in diesem Jahr einfach nicht zu funktionieren.

Samstag Morgen um 7

Ich habe ein neues Regal bestellt, um meinen Büchern wieder etwas mehr Herr zu werden. 

„Wir freuen uns, Ihnen die Lieferung am 10.09. zwischen 7 und 14 Uhr bestätigen zu können.“ 

Mal ganz ehrlich…Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass man Samstag Morgen um 6:30 Uhr aufsteht und das Regal um 7 Uhr tatsächlich geliefert wird? Auf der anderen Seite: Steht man nicht auf, stehen sie um Punkt 7 auf der Matte.

Wie man’s macht, man macht’s verkehrt.

Onkels Erbin

So schaffe ich es heute wenigstens doch noch zu einem weiteren (kleinen) Beitrag.

Mein Onkel ist schon vor einigen Jahren gestorben. Als nun vor etwa drei Wochen noch die dazugehörige Tante starb, ging es nun ans Ausräumen des Hauses. Mein Onkel hat, obwohl ich mich daran nicht mehr bewusst erinnern kann, sehr gerne und sehr viel fotografiert. Anstatt Fotos war Dias damals das Medium der Wahl, entsprechend viele gibt es auch noch und ich hoffe, dass ich sie, wenn sie sonst niemand haben möchte, ebenfalls erben werde. 🙂

Ich habe darum gebeten, dass ich die alte Ausrüstung meines Onkels haben möchte. Gestern habe ich sie bekommen und heute eine ersten Bestandsaufnahme gemacht. Es kann sogar sein, dass noch Teile fehlen, aber es ist jetzt schon recht umfangreich.

Sofern ich das schon konkret überblicke, gibt es zwei Kameras:

  • eine Praktica MTL 5 B (DDR-Modell?)
  • eine Yashica TL Electro X

Dazu vier Objektive (mit jeweiligem Filter zum Linsenschutz):

  • RMC Tokina 35 – 105mm 1:3,5 – 4,5
  • Yashica Yashinon-DX 35 mm 1:2,8
  • Yashica Yashinon-DX 50 mm 1:1,7
  • Yashica Zoom 75 – 230 mm 1:4,5

Außerdem drei Zwischenringe (11mm, 18mm,36mm), ein System SCA 300 metablitz-Aufsteckblitz, ein Rokuwa Stativ sowie diverse Zubehörteile wie ein Fernauslöser, eine Tasche, Sonnenblenden etc.

Wie ich meinen Onkel kenne, sind die Teile alle gut gepflegt (wenn auch etwas eingestaubt) und wahrscheinlich noch voll funktionstüchtig. Allerdings muss ich mir erstmal die Bedienungsanleitungen suchen, denn ohne … keine Chance. Außerdem habe ich viel zu viel Angst, was kaputt zu machen.

Wenn es nach mir geht, werden die Kameras natürlich reaktiviert. Am liebsten mit s/w-Filmen. Das wird mit Sicherheit noch mal eine andere Form des Fotografierens, denn da ist wirklich nix mit automatisch und man muss jedes Rädchen selber drehen. O.O

Es ist schade, dass mein Onkel nicht mehr fotografiert hat, so lange ich mich erinnern kann und nicht mehr gelebt hat, als ich damit begonnen habe. Er hätte sich sicher gefreut und mir eine Menge beibringen können. Aber es bleibt doch immer in der Familie, auch über Generationen hinweg.

(Hoffentlich) Bald zurück

Ihr Lieben,

bis auf ein paar sporadische Schnipsel habe ich mich in den letzten Wochen etwas rar gemacht. Das Wetter hat auch nicht besonders zum Fotografieren eingeladen, aber es  war doch noch das ein oder andere mehr am Start.

So hoffe ich, hier bald ein paar Worte zu meinem neuen NAS unterzubringen. Zudem habe ich an einer kleinen Webseite gearbeitet und ich habe von meinem Onkel eine analoge (!) Kamera-Ausrüstung geerbt. Abgesehen davon habe ich mir wieder eine Samsung-Handy zugelegt … was nicht zuletzt auch mit Fotografieren zu tun hat.

Seid mir nicht böse, wenn ich in letzter Zeit auch auf Kommentare etc nicht geantwortet habe. Ich hole es nach!

Und jetzt alle fest die Daumen für einen baldigen Sommer drücken!

April

Nelografies Projekt 366 Tage hält es einem vor Augen: Es sind schon wieder die ersten 100 Tage (genauer genommen heute 101 Tage) des Jahres vergangen.

Endlich hat auch hier das warme Wetter und die Sonne Einzug gehalten. Seit ein paar Tagen gibt es mehr Sonne statt Wolken und die Natur explodiert. Die Pollen auch. A*schlöcher.

Leider kam ich neben Arbeiten und Haus- und Haustierversorgung kaum zum Fotografieren. Important shit to do: neuen Rucksack kaufen, neue Bremsbeläge ans Fahrrad montieren und so. Heute hatte ich nun eigentlich losradeln wollen, aber dann ist mir aufgefallen, dass mein Kamera-Akku fast leer war. Zudem war es windig … und wenn es mich im Garten schon nervt, fluche ich aufm Fahrad auf freiem Feld noch mehr. Und der Oberschenkel zwickt sowieso. Kurz gesagt: bis ich heute endlich dazu kam, mal einen Gedanken daran zu verschwenden, dass ich mich mal aufs Fahrrad schwingen könnte, hatte ich keine große Lust. Das mit dem Akku stimmt allerdings! Irgendwo hatte ich aber auch ein schlechtes Gewissen, deshalb bin ich wenigstens etwas unmotiviert durch den Garten geschlichen.

Ich hatte außerdem heute Mittag beschlossen, ich könnte mich mal etwas intensiver mit Lightroom auseinander setzen. Also…durch den Garten geschlichen…Lightroom aufgerufen und … lange Rede, kurzer Sinn: Als ich mit dem Aussortieren fast fertig war, falschen Knopf gedrückt, alle Fotos gelöscht. *gnnn*

Als ich dann wieder von vorne angefangen habe, habe ich festgestellt, dass in meinem Bearbeitungscontainer, also die Partition, auf die erstmal wahllos alle Fotos geschoben werden, bis ich mich intensiver damit auseinander setzen kann, fast 2000 Fotos liegen. Wie sagte eine Freundin von mir neulich: „Ich muss mal ein Wochenende für Fotos blocken!“ Äh ja, ich wohl auch.

Ich müsste für so viele Dinge mal Zeit blocken. Aber irgendwie kriege ich sie nicht zu fassen, diese verdammte Zeit.

Fleißiges Bienchen
Fleißiges Bienchen

Buch: „Das Kamerahandbuch Canon EOS 70D“

Lange bin ich drum herum geschlichen, nun habe ich es mir doch zugelegt: „Das Kamerahandbuch Canon EOS 70D – Ihre Kamera im Praxiseinsatz“ von Holger Haarmeyer und Christian Westphalen.

Warum habe ich gezögert?

Aus zwei Gründen:

Zum einen ist das Buch relativ teuer und ich wollte es nicht online kaufen, ohne zu wissen, was mich erwartet. Ich wollte weder ein Buch, dass mir erstmal die Geschichte der Fotografie im allgemeinen und die von Canon im speziellen erzählt, sondern ein sehr konkretes Handbuch, in dem auf die Kamera und ihre (Einstellungs-)Möglichkeiten eingegangen wird. Mir sollte keiner erklären, dass ich vor dem Fotografieren den Deckel von der Linse nehmen muss, aber ich wollte auch nicht mit Fremdwörtern und/oder technischen Details zugeworfen werden.

Den zweiten Grund habe ich in Ansätzen schon erwähnt. Ich habe hier einige Bücher zum Thema Digitale Fotografie herumstehen. Die Mehrzahl der Seiten könnte ich getrost herausreißen, weil sie für mich keinen Mehrwert haben. Es ist ja ganz nett zu wissen, wie die Kamera technisch funktioniert und welche Physik dahinter eine Rolle spielt. Wo der Unterschied zwischen menschlichem Auge und einer Kameralinse liegt und wie sich das Licht im dritten Viertel bricht. Allerdings: das interessiert mich nicht. Ich will konkret wissen, wie ich mit welchen Grundeinstellungen was fotografiere. Worauf ich achten muss und wo der Fehler liegen könnte, wenn es so gar nicht funktionieren will. Leider legen viele Bücher eben den Fokus auf ersteres. Kapitelweise Technik, noch mehr allgemeines Blabla und in einem fitzelkleinen Teil wird es dann konkret. Davon habe ich also genug Bücher und brauche nicht noch eines für viel Geld.

Warum ich es doch gekauft habe.

Als ich mir die EOS 70D gekauft habe, hatte ich schon drei, vier Jahre mit der EOS 1100D auf dem Buckel und dachte mir: „Kennste eine, kennste alle!“ Ich musste jedoch zu meinem Leidwesen feststellen, dass dem eben nicht so ist. Genau genommen hat mir meine Erfahrung mit der kleineren Canon im Umgang mit der 70D nicht geholfen. Alles, was ich bei der Kleinen aus dem EffEff beherrschte, hatte bei der größeren nun keinen Taug mehr. Das Handbuch der Canon liegt digital auf einer CD. Da habe ich auch schon mal reingeguggt, aber ich schau mir kein komplettes Handbuch am PC an und zum Ausdrucken war es zu umfangreich. Einige konkrete Einstellungen kann man im Internet nachschauen, aber ALLE Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten? Ich hätte mir einen Wolf im Netz gesucht und gelesen. Vor allen Dingen interessierten mich der Autofokus (mit dem ich ja gerne meine Probleme habe/hatte) und was denn an der Kamera überhaupt was und wofür ist.

Als ich im Buchladen dann ein Buch für meinen Vater holen sollte, ist mir beim Stöbern auch die Fotografie-Abteilung aufgefallen und da stand es nun, griffbereit und vor allen Dingen bereit, schon vorab einen Blick hineinwerfen zu können. Ich habe es kurz durchgeblättert und da ich unmöglich aus einen Buchladen gehen kann, ohne für mich ein Buch mitzunehmen (Bücher für andere zählen nicht!), habe ich es mitgenommen.

Das Buch und seine Kapitel

Das Buch ist ein Hardback, riecht etwas streng und hat insgesamt -mit Index- 445 Seiten. Es ist aufgeteilt in insgesamt 8 Kapitel:

  1. Die Canon EOS 70 D kennen lernen (S. 13 – 61)
  2. Autofokus und Schärfe (S. 63 – 102)
  3. Belichtung (S. 105 – 171)
  4. Blitzfotografie (S. 175 – 209)
  5. Objektive (S. 213 – 261)
  6. Nützliches Zubehör (S. 267 – 290)
  7. Filmen mit der Canon EOS 70 D (S. 297 – 345)
  8. Alle Menüs und Einstellungen im Überblick (S. 349 – 430)

Die Kapitel haben dann noch diverse Unterpunkte, versteht sich.

Auch hier musste ich feststellen, dass für mich persönlich einige Kapitel nicht oder zumindest noch nicht interessant sind. Inbesondere 4. Blitzfotografie, 6. nützliches Zubehör und 7. Filmen mit der Canon hätte ich nicht gebraucht. Ich filme nicht mit einer Fotokamera. Wenn ich Filmen will, kaufe ich mich eine Filmkamera. Und das nützliche Zubehör: naaaja. Dass man ein Stativ braucht, kann man sich ungefähr denken. Regenschutz und Speicherkarten? Muss ich sowas eigene Seiten widmen? GPS-Empfänger? Wer auf sowas scharf ist, würde sich auch so darüber informieren können. Auch das erste Kapitel hätte für mich auf fünf oder sechs Seiten gekürzt werden können.

Ich habe jedoch die Kapitel 1 bis 3 – also etwa die Hälfte des Buches wirklich intensiv durchgearbeitet. Habe mir kleine Merker an den Rand gemacht und für mich wichtige Aussagen oder Tipps markiert.

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Die Kapitel (und ihre Unterpunkte) sind mit vielen Bildern aufgelockert und logisch aufgebaut. Am Ende eines jedes Kapitels ist dann der sogenannte „Praxistipp“, von dem ich nicht so überzeugt bin, ob es da nicht andere, bessere Praxistipps gegeben hat. So ist der Praxistipp beim Kapitel „Belichtung“  Panoramafotografie und außerdem lernen wir noch, wie wir aus einem Smartphone eine tolle Lichtquelle für ein Modellauto basteln. Na, wenn wir sonst nix zu tun haben beim Thema „Belichtung“.

Das erste Kapitel ist absolut für Anfänger gedacht. Es hätte wirklich nur noch gefehlt, dass da steht, man müsse den Deckel vom Objektiv nehmen. Aber trotzdem habe ich noch den ein oder anderen Hinweis auf irgendeinen Knopf gefunden, der mir bis dato noch nicht aufgefallen war. Ob es so wichtig war, dass es ich noch wüsste, wenn ich es mal brauchen sollte, weiß ich allerdings nicht.

Das zweite Kapitel – Autofokus und Schärfe – war endlich genau so, wie ich es mir gewünscht habe. Natürlich ist auch hier einiges an technischem Blabla enthalten, was man nun nicht unbedingt für die reine Nutzung der Kamera benötigt, aber ansonsten war es eine gute Mischung zwischen Anfänger- und Fortgeschrittenen-Wissen, das sehr gut und nachvollziehbar erklärte, wie der Autofokus funktioniert und warum er manchmal daneben haut. Es war für mich ein wirklich erleuchtendes „Aha!“-Ergebnis.

Das dritte Kapitel – Belichtung – indes war dann wieder eine Ernüchterung. Ich habe bisher noch kein Buch gefunden, bei dem ich nicht das Gefühl hatte, dem/der oder den Autor*innen wäre es nicht lästig, über so etwas doch ganz Logisches und Selbsterklärendes etwas schreiben zu müssen. Blende, ISO, Weißabgleich … Leute, das ist doch alles ganz klar!

Mir war es noch nie so ganz 100%ig klar und deshalb war ich nach dem Kapitel über den Autofokus total enttäuscht, dass auch hier das Thema Belichtung eher im Galopp und mit viel Technik, aber wenig Anwendungsbeispielen gespickt war. Da stehen dann so Sätze wie „Wenn Sie den ISO-Wert um den Faktor 2 erhöhen, können Sie den Blendenwert um den Faktor 1,4 erhöhen oder die Belichtungzeit halbieren und erhalten trotzdem die gleiche Bildhelligkeit.“ Ich hätte es gut gefunden, wenn man da mal ganz konkret ein Beispiel dazu geschrieben hätte, aber das ist dem Leser oder der Leserin selbst überlassen, sich einen Reim darauf zu machen. Leider gibt es in diesem Kapitel kaum konkrete Beispiele. Es wird viel theoretisiert und man könnte/sollte, aber tatsächlich verstanden habe ich genauso wenig wie vorher. Dafür ist man dann durch die verschiedenen „Betriebsarten der Belichtungseinstellungen“ – also P, Tv, Av und wie sie alle heißen- fröhlich durchgaloppiert und der Satz „Sie werden die Blende ohnehin von Hand wählen wollen, weil es für viele Motive einen optimalen Blendenbereich gibt, der wenige Variationen zulässt“ fand ich ein wenig übermotiviert, wenn man gerade erst dabei ist, die Kamera kennen zu lernen (dafür liest man ja dieses Buch!) und froh ist, wenn sie überhaupt einigermaßen das tut, was man will. Die „optimalen Blendenbereiche für viele Motive“ kenne ich zum Beispiel nicht.

Das vierte Kapitel „Blitzfotografie“ ist für mich uninteressant, da ich es hasse, mit Blitz zu fotografieren.

Im fünften Kapitel – „Objektive“ – werden eine relativ große Menge an Objektiven vorgestellt. Positiv: Es handelt sich dabei nicht nur um Canon-Objektive. Ein bisschen doof ist es halt, dass die Objektive da jetzt festgetackert sind und wenn das Buch mal zwei Jahre alt ist, vielleicht nicht mehr aktuell sind. Ich habe das Kapitel zwar erstmal nur überflogen, aber zumindest werden hier, bevor man bei den Beschreibungen der Objektive damit um sich schmeißt, Begriffe wie „Bokeh“, Brennweite und Lichtstärke erstmal erklärt. Ob man daraus schlau wird, kann ich noch nicht sagen, ich habe es zum einen erst überflogen und zum anderen bin ich mit meinen Objektiven im Moment sehr zufrieden, dass ich den Kauf eines weiteren erstmal nicht plane und mich daher mit dem Thema erstmal nicht auseinander setzen muss.

Das sechste Kapitel – „Nützliches Zubehör“ – habe ich auch erst überflogen. Es beschäftigt sich relativ ausgiebig mit Stativen und dann weniger ausgiebig mit Fernauslösern, GPS-Empfängern, Batteriegriff, Filtern, Streulichtblende, Regenschutz, Speicherkarten und der Sensorreinigung.

Filmen will ich nicht mit meiner Kamera und das achte Kapitel -„Alle Menüs und Einstellungen im Überblick“ werde ich mir mit Sicherheit nochmal in Ruhe zu Gemüte führen (müssen).

Fazit

Von den 445 Seiten hätte ich -zumindest mein Fazit bisher- mit einem Drittel, wenn nicht weniger, leben können.

Die Informationen zum Autofokus waren wirklich, wirklich hilfreich und wenn das ganze Buch in diesem Stil und auf diesem Niveau geschrieben wäre, dann hätte ich Kapitel, die sich mit Themen, die mich nicht interessieren, sehr leicht leben können. Es ärgert mich, dass das Thema „Belichtung“ in seiner Gänze mal wieder so lieblos geschrieben wurde, als ob doch jeder im Grunde wüsste, was damit gemeint ist, während man sich hingebungsvoll fast 50 Seiten mit dem Thema „Filmen“ abgibt, wozu die Kamera ja im Grunde gar nicht hauptsächlich ausgelegt ist. Diese 50 Seiten noch ein für die Belichtung genommen und dafür ein bisschen ausführlicher UND mit Beispielen auf Blende, ISO-Wert, Weißabgleich und Belichtungszeit eingegangen und man hätte zumindest den Hauptfokus besser gelegt.

Aber dieses Buch schafft es nicht, seinen Mittelweg beizubehalten und Anfängern sowie Fortgeschrittenen gerecht zu werden.

Nun kann man sagen, dass es das ohnehin nicht gibt. Das stimmt. Aber dann muss ich mich für eines entscheiden: Schreibe ich für Fortgeschrittene oder schreibe ich für Anfänger und – das tut dieses Buch nicht. Schreibe ich für Anfänger, so erkläre ich alles von Grunde auf. Meinetwegen eben auch, wie eine Kamera technisch funktioniert, die ganze Theorie dahinter blablabla. Schreibe ich für Fortgeschrittene, muss ich all das jedoch nicht mehr erwähnen.

Dieses Buch heißt „Das Kamerahandbuch Canon EOS 70D – Ihre Kamera im Praxiseinsatz“ und genau das hat mir in ganz großen Teilen gefehlt: der Praxiseinsatz. Die ganz konkreten Einsatzmöglichtkeiten, mehr Beispiele, mehr Einstellungsbeispiele, Tipps für Fehlerbehebungen, How to’s, usw.

Das Kapitel mit dem Autofokus hätte ich wahrscheinlich inhaltlich auch im Internet gefunden.

Trotzdem bin ich nicht ganz unzufrieden. Ich bin zwar enttäuscht, aber Enttäuschung kommt ja auch daher, dass man sich etwas anderes vorgestellt und das eben nicht bekommen hat. Also nehme ich das Buch als das, was es ist: ein Nachschlagewerk, in dem ich noch das ein oder andere nachblättern kann. Das Kapitel mit den Objektiven könnte ja noch mal interessant werden und auch die Menüs und Einstellungsmöglichkeiten könnten ja noch den ein oder anderen Schatz verbergen.

Ich wüsste jedoch nicht, wem ich dieses Buch empfehlen sollte: Einem Anfänger oder einem Fortgeschrittenen. Aber ich weiß: Wer immer es sich kaufen möchte, der sollte unbedingt in eine Buchhandlung gehen und sich das Buch vorher gründlich ansehen. Länger hinein lesen. Und sich dann gut überlegen, ob das Preis-Leistungsverhältnis für einen selbst in Ordnung ist.

Es gibt übrigens noch ein zweites, ähnliches Buch: „Canon EOS 70D: Das Handbuch zur Kamera“ von Dietmar Spehr. Aber ich befürchte, das wird auch nicht anders sein.

 

Reactivation: Panasonic Lumix DMC-FZ7

Meine Wohnung ist viel zu groß für mich alleine. Sie bietet einfach zu viel Platz, um Dinge irgendwo hinzulegen und dann zu vergessen. Oder zu ignorieren. Oder beides. Oder Dinge von A nach B zu tragen und sie dann zu vergessen. Oder zu ignorieren…

Ich habe seit bestimmt zwei Jahren lang tapfer eine kleine Tüte von Thalia von einem Ort zum nächsten geschleppt. Das Problem an dieser Tüte ist, dass sie farblich einfach irgendwie immer passt und mich deshalb visuell nicht genug beleidigt hat, als dass ich sie endlich mal ausräumen würde. Dabei wusste ich da sowieso, was drin war: meine alte DigiCam, eine Panasonic Lumix DMC-FZ7.

Nachdem ich mir die Canon 1100 D und später die 70D gekauft hatte, ist meine alte Kamera in den Schrank mit dem Elektrolager gelandet. Das ist nicht das Lager für den Elektroschrott! Im Elektrolager lagern Dinge, die man irgendwann ja nochmal gebrauchen könnte: alte Telefone, alte Handys, Kabel (oh! natürlich! Kabel!), diverse Dinge, von denen man nicht mehr weiß, wofür man sie benutzt und eben meine alte Digicam.

Nun hat mich irgendwann vor zwei Jahren mal jemand gefragt, ob ich nicht für ein junges Mädel eine Kamera für die Klassenfahrt hätte, das Handy wäre ja jetzt dann halt doch nicht sooo gut. Da habe ich meine Lumix aus dem Schrank geholt, in eben jene Tasche gepackt und mitgegeben. Allerdings habe ich sie relativ schnell wieder zurückerhalten, weil … zu kompliziert. Gut, dazu sage ich jetzt mal nichts, aber seit diesem Tag lag die Tüte hier rum.

Am Freitag hatte ich beschlossen, dass ich mal wieder richtig Lust darauf hätte, mit meiner alten Lumix fotografieren zu gehen. Dann allerdings stellte ich fest, dass sie nicht mehr so funktionierte, wie ich dachte, dass sie funktionieren sollte. Kurz hatte ich im Verdacht, dass jemand die Kamera gelyncht hatte, während sie ausgeliehen war. Aber lange Rede, kurzer Sinn: Diese Kamera kann halt nur mit Karten bis maximal 2 GB. So eine habe ich gar nicht mehr! Aber wozu gibt es Amazon?

Ich habe keine Ahnung mehr, wann ich mir die Lumix damals gekauft habe. Und warum. Ich hatte zwar früher schon mal Phasen, in denen ich ganz gerne mal geknipst habe, aber wenn ich so recht darüber nachdenke, hat sie wahrscheinlich 90% der Zeit einfach nur herum gelegen. Bis ich Anfang 2012 Probleme mit der Schulter und dem Nacken bekommen habe und man mir sagte, ich solle mich möglichst viel bewegen. So bin ich jeden Tag spazieren gegangen oder habe mich aufs Fahrrad geschwungen. Bloß kennt man eben irgendwann auch jeden Stein und jedes Blatt und so bin ich damals auf die Idee gekommen, ich könnte ja mal die Kamera mitnehmen. Das war, in Kurzform, der Beginn (m)einer Leidenschaft. Ein halbes Jahr später ist dann die erste Canon bei mir eingezogen.

Zurück zur Lumix:

Ich hatte mir damals eine Panasonic Lumix gekauft, weil ich ziemlich begeistert von deren eingebauten Bildstabilisator gewesen bin. Mein Vater hatte ebenfalls eine kleine Lumix und knipste, wenn meine Eltern im Urlaub gewesen sind. Die Bilder waren scharf, farbtreu und es gab nichts an ihnen zu meckern.

Zwar hat auch die DMC-FZ7 schon die verschiedene Einstellungsmodi, die man auch heute an den Kameras findet (P(rogramm), A (Blendenöffnungvorrang), M(anuelle Belichtung) etc.), aber ich habe damals wohl nur den „Einfach-Modus“ genutzt. Vielleicht mag es daran gelegen haben, vielleicht war es aber tatsächlich einfach eine Schwäche aller oder zumindest der beiden Lumix-Modelle, die ich kannte: So lange das Licht gut war, haben die Kameras sehr geile Bilder gemacht. Aber wehedem, es wurde dunkler – ob nun Dämmerlicht oder einfach Innenfotografieren bei leicht gedämpftem Licht. Da knickte die Kamera ein. Was schade war, denn so war sie eigentlich nur eine Gut-Wetter-Kamera. Oder zumindest Outdoor.

Dafür hat sie andere Qualitäten: sie ist ein Fliegengewicht gegen meine Canon, sie ist klein(er) und trotzdem griffig.

mumix1
Die Canon und die Lumix #1
lumix2
Die Canon und die Lumix #2

Sie passt in Taschen und Rucksäcke und sie ist wirklich einfach zu bedienen – wenn es jemandem nicht zu kompliziert ist, den Deckel vom Objektiv zu nehmen und die Kamera anzuschalten. Zudem hat sie auch eine Zoomfunktion. Kurz: die perfekte Kamera für Schnappschüsse bei Spaziergängen! Zudem habe ich einen zweiten Akku und wie es aussieht, ist sie auch noch voll funktionstüchtig, denn rückblickend ist sie noch nicht oft benutzt worden.

Deshalb habe ich beschlossen, sie mit ins Büro zu nehmen und dort in meinem Schreibtisch zu bunkern. So kann sie mich auf Rundgängen im Park begleiten und/oder steht zur Verfügung, wenn mir einfach mal nach Fotografieren zumute ist.

 

 

Lyricsonskin #1 Pretest

Auch, wenn ich seit einiger Zeit nichts mehr darüber geschrieben habe, bin ich weiterhin an diesem Projekt dran.

Zur Zeit sammle ich die prinzipielle Grundlage: Models und Lyrics. 😀

Die Models sind gerade im Urlaub, aber ich habe schon zwei Freiwillige gefunden. Die fanden das ursprüngliche Bild schön und konnten sich sofort damit anfreunden, ihren eigenen Körper dafür herzugeben. Oder wahlweise eben die Kamera zu halten und auf mir herumzukritzeln.

Ein paar Lyrics habe ich auch schon gefunden. Die sammele ich schön auf meinem Tablet für späteren Gebrauch.

Heute bin ich an einen zweiten Selbsttest gegangen. Dabei habe ich ein interessantes Problem entdeckt, was mir gar nicht so sehr bewusst war, weil es beim ersten Mal wunderbar geklappt hat: mit welchem Stift schreibt man eigentlich am besten auf Haut? (Jetzt komm mir hier keiner mit wasserfestem Edding!)

Der Füller, der auf meinem Arm problemlos funktioniert hat, hat ebenso wie der Kugelschreiber auf meinem Brustkorb den Dienst verweigert. Dabei hatte ich  vorher so schön geübt, in Spiegelschrift und auf dem Kopf zu schreiben. Ja, nu ist guter Rat teuer.  Wahrscheinlich muss ich die Haut vorher entfetten. Wieder was auf meiner Liste notiert.

Das Ergebnis von heute ist also entsprechend ein Lerneffekt-Ergebnis.

lyricsonskin#2bob

„It may be the devil, it may be the Lord,
But you’re gonna have to serve somebody.“

#Bob Dylan
# Gotta serve somebody, 1979

 

 

Ein Tag am See

Gut, der Titel stimmt nicht wirklich. Ich war nicht *wirklich* an einem See, also zumindest ist das keiner, in dem man schwimmen kann. Und schon gar keinen ganzen Tag lang, sondern gerade mal zwei Stunden. Aber heute war mir alles egal. Ich habe erledigt, was ich erledigen musste und habe zu allem anderen „Nein!“ gesagt. Heute war das Wetter toll und … meine Woche war es bis dato weniger gewesen. Ich musste raus. Ich wollte fotografieren. Egal, was, egal, wie es am Ende ausschauen würde. Aber einfach mal zwei Stunden Pause vom Alltag.

Dieser See ist nicht weit von mir, aber es reicht, um in der Natur zu sein. Jetzt, im Frühjahr, wenn noch alles kahl ist, sieht man auch den kleinen Bach, der sich dort entlang schlängelt. Auf dem See gibt es Stockenten. Ich liebe Enten und Gänse. Ich weiß gar nicht, wie ich es jeden Morgen im Park am Ententeich vorbei auf die Arbeit schaffe, ohne, dass meine Chefin mich dort abholen und an den Ohrläppchen reinzerren muss.

Für die Romantiker – sind Romantiker anwesend? – gibt es dort normalerweise ein Schwanenpärchen, meistens im Sommer dann mit Jungen. Heute war der Papa allein und nicht erpicht darauf, mich zu sehen. Wir haben uns auf einen Sicherheitsabstand von etwa 10 m geeinigt.

Ansonsten ist es Natur, so, wie es hier so aussieht, wenn man sich mal eine Viertelstunde aufs Fahrrad setzt. Bis auf die Strommasten eigentlich ganz nett. Und die Ecke dahinten ist auch relativ ruhig, gerade gegen Nachmittag. Da kann man einfach nur abschalten.

Der See…

…und sein Getier.

Am Bach gleich daneben.

Bäume…

…und Gräser.

Es wird doch nun endlich Zeit für Frühling.

März-Frust

Eigentlich sollte ich es schon gewöhnt sein: Irgendwann in dem Zeitraum zwischen Winter und Frühling überkommt mich der große Frust.

Es ist nicht mehr so richtig Winter. Zumindest sieht es nicht mehr ganz so aus. Es ist aber auch noch nicht so richtig Frühling. Zumindest fühlt es sich noch nicht so an.

Ich habe ein paar Tage Urlaub und ich habe mich darauf gefreut, quasi JEDEN Tag die Sonne zu genießen und endlich wieder fotografieren zu gehen. Gut, der Freitag geht immer mit den Vorbereitungen fürs Wochenende drauf: Einkaufen gehen, Tierbehausungen sauber machen. Etc. Der Samstag, naja, ich hätte Putzlappen Putzlappen sein lassen, wenn das Wetter wirklich einladend gewesen wäre. Letzt endlich habe ich mich dann abends nach draußen gezwungen. Heute war Sonntag und nein, der Name war nicht Programm! Keine Sonne, widerlich kalter Wind.

Aber gut, vielleicht wird es ja noch besser. Stellt sich nur die nächste Frage: Quo vadis?

Hier, vor Ort, gibt es nicht wirklich viel, was es zu fotografieren lohnt. Ich habe es zwar nicht weit in Feld und Wald, aber hier herrscht noch die absolute Tristesse und von explodierenden Frühlingsfarben sind wir so weit weg wie vom Mond. Überall noch verdörrte Natur, Matsch, Dreck. Die Bäume kahl, der Himmel dreckig. Aber der Himmel ist nicht mal dreckig genug, um irgendwelche Endzeitaufnahmen zu machen.

Obwohl ich nahe an Feld und Wald wohne, gibt es hier nix Romantisches. Keine verfallenen kleinen Scheunen, keine alten, vergessenen Landmaschinen. Alles schön ordentlich erschlossen. Ich habe einige Lieblingsplätze, aber die werden auch nicht anders aussehen und mir fehlt im Moment die Puste (im wahrsten Sinne des Wortes), um mich auf Verdacht dorthin zu quälen.

Also habe ich mir gedacht, dass ich in Fasanerien oder Tierparks gehen könnte. Aber mir steht nicht der Sinn nach Tieren hinter Gittern und Familien, die vor den Gittern stehen und ihren Kindern versuchen einzureden, dass der Esel das ganz toll findet oder enttäuscht sind, weil die Otter nicht auskommen wollen (blöde Viecher!) oder ähnliches. Es muss nicht sein, dass ich sowas unterstütze, nur, weil ich etwas suche, was ich fotografieren kann … und das auch nur deshalb, weil die Eule keine Chance hat, wegzufliegen.

Aber viel mehr gibt es hier einfach nicht, was bei Tageslicht (und dazu noch bei einem so beschissenen Tageslicht!) spannend oder nicht quasi schon zu Tode geknipst wäre. Oh ja, hier gibt es Parks. Mitten in der Stadt. Jugendstil auch. Man kann also in jedem Park irgendein Schlösschen, irgendeinen Teich, ein paar oder wahlweise eine Menge Enten und Gänse und den 358tausensten Krokus fotografieren. Alles andere würde sich im Moment nur nachts lohnen, aber nein, ich ziehe nicht noch einmal frierend um die Häuser.

Angefixt von smartphoto78 und ihren geilen Industrieaufnahmen habe ich mich daran erinnert, dass wir hier ja ein Bahn-Museum haben. So mit alten Loks und Waggons. Das würde sicherlich Spaß machen! Ja, nu… Öffnungszeiten Sonn – und Feiertag (und ab April auch mittwochs, immerhin!), aber frei bewegen darf man sich auf dem Gelände nicht. Man muss schön brav bei einer Führung mitwackeln. Fürs Fotografieren also eher … unbefriedigend.

Aber selbst, wenn ich in die Parks gehen, auf irgendwelche kleinen Berge klettern oder meinetwegen in den Odenwald fahren würde: das Wetter lädt nicht gerade zu gemütlichem Flanieren mit der Kamera ein. Die Sonne mag – hin und wieder – scheinen, aber der Wind ist eisig und bläst einem jede Motivation aus den Knochen. Ich verdiene kein Geld damit, dass ich draußen eingemummelt herumrenne und verzweifelt nach einem Motiv suche, während mir eben jener Wind Tränen in die Augen treibt.

Wohin ich mich auch drehe und wende: es ist frustrierend.

 

(M)Ein neues Stativ

Von all den Dingen, die ich für meine Fotoausrüstung noch brauche oder brauchen könnte, war das Stativ nun doch am wichtigsten.

Obwohl ich gerne auf Marios Rat gehört hätte, mit Sack und Pack in einen Laden zu gehen und ein Stativ vor Ort auszuwählen, quasi am lebenden Objekt,auszuprobieren, fehlte mir letzt endlich die Zeit, mich weiter nach einem Laden meines Vertrauen umzuschauen. Also habe ich es eben doch online bestellt: das K&F Concept Professional.

Eine kleine Peinlichkeit vorweg: Geht man von bestehenden Vorurteilen aus, so mögen die meisten Frauen denken, man kann nicht genug Schuhe haben. Und wahlweise Handtaschen. Oder, um mal das gute alte „Absolutely Fabulous“ zu zitieren: „You can never have enough hats, gloves and shoes!“

Ich bin eher der Meinung, man kann nicht genug Rucksäcke haben. Und schon gar nicht genug Fotorucksäcke. Deshalb habe ich derer mehrere. Meine letzte Anschaffung war der Mantona Rhodolit SLR-Kamerarucksack. Groß, schwer und gefühlt unverwüstlich hat er mich seither auf allen meinen Reisen und Touren begleitet. Nur hatte er, wie ich dachte, zwei kleine Mankos: ihm fehlte eine Außenseitentasche, in der ich mal eine kleine Getränke- oder Thermoskanne unterbringen könnte und … er hat keine Halterung für ein Stativ. Deshalb bin ich auch so ungern mit Stativ fotografieren gegangen, weil man eben immer noch eine zusätzliche Tasche mitschleppen musste. Zudem war mein altes Stativ für nicht mal 25 Euro zwar ganz nett für den Anfang, wenn auch wacklig und etwas dünnbeinig, aber leider eben auch ziemlich sperrig zum Mitnehmen. 

Anyway…ich war beim Rucksack und der Tatsache, dass er keine Halterung für ein Stativ hatte. Dachte ich. Wunderte mich gleichsam über diverse Kleinigkeiten am Rucksack, mit denen ich irgendwie nichts anfangen konnte. Egal…jedesfalls habe ich, nachdem ich das Stativ bestellt hatte, gleich nach einem neuen Rucksack gespäht. Ich klickte mich  so durch die Seiten und stieß mit einem kleinen Seufzer auf meinen jetzigen Rucksack. Hach ja…das isser. Mein Gutster. Wenn er doch nur…äh…Moment! Lange Rede, kurzer Sinn: Auf einem der Bilder hing an meinem Rucksack -festgezurrt und völlig friedlich- ein Stativ. O.O Nicht, dass ich den Rucksack schon fast drei Jahre habe. Gott, wenn ich mir doch endlich mal angewöhnen könnte, Gebrauchsanweisungen zu lesen oder mir wenigstens Beschreibungen VOLLSTÄNDIG durchzulesen.

Nachdem ich meinen Kopf mehrfach auf die Tischplatte und gegen die Wand gehauen hatte (ein bisschen Strafe muss sein), rannte ich überglücklich zu meinem Rucksack. Ich brauchte keinen anderen. Meiner kann ja alles. *strahl*

Und tatsächlich: Gestern das neue Stativ dran geschnallt und losgelaufen. Es hat bombenfest gehalten und das zusätzliche Gewicht von 1,25kg habe ich so gut wie nicht gespürt.

Das Stativ habe ich gestern zum ersten Mal benutzt. Ich kann soviel sagen, dass es einen sehr stabilen Eindruck macht und sich auch von dem Wind, der gestern blies, nicht hat beeindrucken lassen. Was noch nicht geklappt hat, war, die Kamera hochkant zu befestigen. Offenbar hatte ich die Platte nicht richtig an der Kamera festgeschraubt (kleiner Minuspunkt: man braucht dazu einen großen Schraubenzieher, vllt tut es aber auch eine Münze, muss ich ausprobieren). Ich habe allerdings gefühlt erst zehn Prozent aller Schrauben und „beweglichen Teile“ gestern ausprobiert, deshalb kann ich noch nicht viel dazu sagen, wie es sich z.B. auf volle Größe ausgefahren benimmt.

Ich werde bei Gelegenheit noch ein paar mehr Detailfotos machen.

Allerdings müsste ich dazu entweder in ein anderes Zimmer gehen oder die Kaninchen wegsperren. Photobombing. Ich habe keine Ahnung, warum, aber meine Kaninchen finden Stative sowas von spannend, dass es teilweise wirklich schwierig ist, ein Foto zu machen, ohne, dass einer der beiden minimum seinen Rüssel ins Bild streckt…

Lulu und das Stativ
Lulu und das Stativ