Bahnhofsromantik

Zugegeben…unser Bahnhof ist alles andere als schön und noch weniger romantisch. Deshalb soll er ja auch grunderneuert werden. Danach wird er wahrscheinlich genauso wenig schön und romantisch sein. Aber wenigstens abgefuckter geht nicht mehr.

Trotzdem … irgendwie liebe ich unseren Bahnhof. Wenn man das alte Haus mit den zwei Gleisen vor der Tür überhaupt Bahnhof nennen kann.

Und weil mich die Sonne heute den ganzen Tag geärgert hat, habe ich beschlossen, mich unabhängig von ihr zu machen und meiner Leidenschaft, der Abend-Fotografie nachzugehen. Immerhin habe ich ja mittlerweile ein neues Stativ und das wollte ausprobiert werden. Was ich etwas unterschätzt habe, war der eiskalte Wind, der mir so die Finger hat frieren lassen, dass ich nach 45 min kaum noch die Kamera abbauen konnte (Wer hat die Handschuhe vergessen? Ich!). Ich friere ehrlich gesagt immer noch.

Hach, ich bin halt doch in der Tiefe meines Herzens ein Monochrom-Kind.

 

Nebel

Wahrscheinlich hat heute überall in Deutschland die Sonne geschienen…aber hier war Nebel. Eine unschöne graue Nebelsuppe. Und ich habe hier eine neue Kamera. Ich habe versucht, meine zwei Jungs zu weiteren Fotos zu überreden. Bei den Mädels habe ich es erst gar nicht versucht. Nachdem ich meine Kakteen abgelichtet hatte, den Teppich, die Bücher … alles in allem wenig befriedigend … und in Anbetracht der Tatsache, dass wir nun mal November haben und ich nicht zur Schön-Wetter-Fotografin mutieren möchte, habe ich also meinen Rucksack gepackt und bin losgezogen.

Bahnhof

Bahnhof und Gleise geht immer. Morgens, mittags, abends, nachts … und auch bei Nebel.

Natur

Es gibt nichts Öderes als herbstliche Natur im Nebel. Jede Farbe wird geschluckt. Dann kann man gleich auf monochrom umschalten. Und doch … irgendwas hat es. Etwas Düsteres, etwas Schläfriges.

Natürlich hat noch nicht alles geklappt mit der neuen Kamera, aber ich bin sehr zufrieden soweit.

Die 70D ist mir schon jetzt sehr sympatisch und ich habe nicht das Gefühl, einen Fremdkörper in den Händen zu halten. Die Einstellungen sind, wenn man schon eine Canon gewöhnt ist, recht intuitiv. Das schwenkbare Touchscreen-Display ist mir sofort ans Herz gewachsen … wie konnte ich bisher ohne so etwas leben?!

Die Serienbild-Aufnahme ist, im Gegensatz zu meiner alten Kamera, der Hammer. Die Kamera donnert gefühlt 400 Bilder pro Sekunde.

Leider bin ich im November ziemlich eingebunden, aber vielleicht habe ich ja doch noch das ein oder andere Mal Glück, dass einigermaßen passables Wetter und freie Zeit auf einen gemeinsamen Punkt fallen. Ansonsten … das nächste Jahr kommt bestimmt. 🙂

19. April – Herrngarten Darmstadt

Gut, irgendwann, irgendwie muss man die Freiluft-Saison ja eröffnen. Also bin ich in den Herrngarten gefahren. Sonntag Mittag – im Herzen Darmstadts. Ein bisschen anschießen bei Sonnenschein und ein paar gepflegte Underfoots. Und endlich mal ein bisschen mit meinem 70-300mm-Objektiv trainieren. Fazit des Tages: Oh ja, das Training war und ist von nöten! O.O

Ich gebe zu, als ich diesen Eintrag geschrieben habe, war ich etwas unmotiviert. Daher jetzt noch einmal etwas ausführlicher.

Mein Canon EF 70-300mm-Objektiv habe ich mir vor allen für Tieraufnahmen zugelegt. Man steht an einem See und gaaaanz drüben am anderen Ufer machen irgendwelche Vögel richtig Zirkus – und da steht man dann mit seinem 18-50mm-Objektiv und sieht tanzende kleine Punkte auf dem Foto. Auch mit dem 250er kommt man da nicht wirklich so weit (ran), wie man gerne wollen würde.

Zugegeben…bis dato bin ich selten dazu gekommen, mit meinem „Großen“ zu fotografieren. Gleich, nachdem ich es mir gekauft hatte, habe ich es zwar getestet, aber so im alltäglichen Gebrauch ist es einfach doch zu unhandlich und die Brennweite ist eher wenig gefragt. Aber hallo?! Ich musste es trotzdem haben.

An jedes Objektiv muss man sich erstmal gewöhnen. Was habe ich mein EF 18-55mm gehasst! Ich konnte nicht verstehen, wie man mit sowas überhaupt Fotos machen kann. Heute liebe ich es! Mein 55-250mm-Objektiv habe ich hingegen vom ersten Tag an geliebt und es ist bis heute wohl das vielseitigste und „freundlichste“ Objektiv, das ich besitze. Auch, wenn ich jetzt doch meistens erstmal das „Kleine“ drauf habe.

Okay. Geplant war im Herrngarten Training mit dem großen und dann ein paar Underfoots mit dem kleinen Objektiv.

Was findet man im Herrngarten? Entengetier. 🙂
An einem großen Teich sind allerlei Enten und Gänse und damit auch in einer Entfernung, für die sich das Tele lohnt. Abgesehen davon ist das ständig Bewegung in der Sippe des Federviehs, so dass ich auf eine gepflegte Wasserlandung oder eine Flug-Einlage gehofft habe. Ich habe mir echt Zeit genommen, habe 100 bis 200 Bilder gemacht, aber habe schon beim Fotografieren gemerkt, dass ich irgendwie nicht so ganz damit klar komme. Irgendwie waren das Objektiv und ich noch nicht aufeinander getaktet. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es eine störende Verzögerung zwischen dem Moment, in dem ich fokussiert und dem Moment, in dem ich auf den Auslöser gedrückt habe. Bei meinen anderen Objektiven ist das ein Flow, beim großen hat es irgendwie nicht so recht gepasst. Es erschien mir irgendwie träger, was es vor allen Dingen gerade bei bewegten Motiven nicht gerade einfach macht. Bis eure Heiligkeit den Fokus hat, ist die Ente quasi im Winterurlaub im Süden und wieder zurück. 😦 Anders als mein 200er, das bei durchgedrücktem Auslöser einfach durchzieht – komme, was da wolle!-, fokussiert das 300er selbst bei jedem oder zumindest jedem zweiten Serienschuss noch mal neu. Was eine sehr unschöne Verzögerung ergibt, wenn es dann auch noch langsam fokussiert. Allerdings fällt mir gerade ein, dass ich JPEG+RAW eingestellt hatte … da wird das mit dem Serienbild natürlich nicht ganz so schön.

Anyway…später beim Sichten der Bilder ist mir trotzdem aufgefallen, dass ich sehr oft unscharfe Fotos hatte – selbst bei einigermaßen ruhigen Motiven, wenn da so ’ne Ente halt einfach rumgedümpelt ist. Ich befürchte, dass es trotz allem Bildstabilisator eben doch viel empfindlicher bei Bewegungen ist, gerade bei vollem Zoom. Es bleibt auf alle Fälle weiter zu testen, wo denn der Hund begraben liegt und wie ich am besten mit diesem Objektiv umgehe. Also heißt es wieder Training, Training, Training, wo bei ein Training mit einem Tele mit irgendwie nicht so einfach erscheint.

Okay, ein paar Enten mussten also daran glauben, zumindest mit einer Kamera abgeschossen zu werden.

Farben = nice.
Seit ich im RAW-Modus fotografiere, bin ich faul geworden, was die Kamera-Einstellungen angeht. Ist ja egal, am Ende holt man sowieso alles per PC aus den Bildern raus. Eine unschöne Angewohnheit. Eine ganz unschöne Angewohnheit meinerseits! Zumal ich eigentlich die Bildbearbeitung am PC hasse und mich danach immer ohrfeigen könnte, weil ich wieder zu faul war. In Zukunft will ich also wieder vermehrt einfach nur in JPEG fotografieren und dann muss ich eben gleich drauf achten, dass ich vorher die Einstellungen anpasse. Meistens muss man sie, wenn man bei gleichbleibenden Lichtverhältnissen fotografiert, sowieso nur am Anfang einstellen bzw anpassen.

Underfoots. Immer wieder ne feine Sache, mal die Perspektive zu wechseln. Ich mag Underfoots, bin aber komischerweise nie groß auf den Gedanken gekommen, selbst mal welche zu machen. Das will ich in Zukunft ändern.

Aber jetzt mal ganz ehrlich: sche*ß auf die Farben. Ich steh‘ auf Monochrom. ich steh wirklich drauf und nein, ich mache keine Farbfotos und mache dann am PC ne schwarz-weiß-Aufnahme draus, sondern ich stelle schon die Kamera auf monochrom. Dann gibt es eben nur schwarz-weiß-Aufnahmen und da lässt sich dann auch nix mehr mit Farbe tricksen. Aber Hand aufs Herz: es ist ein einfacher Weg, mit wenig Aufwand schöne Fotos zu machen. Mein Lieblingsfilter: Infrarot. Der wiederum funktioniert aber nur mit Farbfotos, die man dann in Photoshop Elements in Schwarz-Weiß konvertiert und dann den Infrarot-Modus auswählt. Es funktioniert bei weitem nicht bei allen Fotos, manchmal tut sich auch gar nichts Besonderes, aber bei einigen hat es einen tollen Effekt.

Heidelberg

Dies ist nun die Fortsetzung meines Besuches in Speyer >>.

Von Speyer aus ging es nach Heidelberg, wo wir beschlossen, zuerst das Heidelberger Schloss zu besuchen. Und ich habe beschlossen, endlich mal wieder meiner Passion der Schwarz-Weiß-Fotografie zu frönen.

Da oben kann man sich schon eine Weile mit einer Kamera aufhalten. Obwohl ziemlich viele Besucher dort waren (gibt es überhaupt einen Tag, an dem da nicht viele Besucher sind?!), konnte man doch relativ entspannt mit der Kamera hantieren und so der ein oder andere Japaner oder Koreaner war da völlig in seinem Element. Faszinierend auch, wie viele Leute da tatsächlich mit Tablets fotografieren. O.O

Vom Schloss ging es dann runter zur Alten Brücke, die eigentlich Karl-Theodor-Brücke heißt. Egal…jedenfalls zu einer Brücke. Da war ganz schön war los an diesem sonnigen Tag. Aber der Sonnenschein hat doch getrügt. Zudem war es ordentlich windig und nach einer gewissen Zeit doch auch ein wenig frisch.

Natürlich sind wir auch kurz über den Marktplatz geschlappt.

Und das letzte Ziel unserer kleinen Fotosafari war ein … Friedhof. 😀

Wahrscheinlich hätte ich ein wenig mehr Zeit gebraucht, aber was den Friedhof angeht, war ich in der Tat ein wenig enttäuscht. Da hat unser „Alter Friedhof“ aber einiges mehr zu bieten. Aber gut…so ein Friedhof ist ja auch nicht in der erster Linie da, um dort Fotos zu machen.

 

Für sowas liest man Foto-Zeitschriften!

Wtf?!

Ja, hin und wieder lese ich auch mal eine Foto-Zeitschrift. Manchmal ist das sehr frustrierend, weil man weder die Ausrüstung noch die entsprechende Software zu Hause hat. Wobei ich das mit der Software nicht so tragisch finde, weil ich meine Fotos ungern künstlich aufpeppe. Optimieren ja…aber nicht so, dass ich danach mein eigenes Bild nicht mehr erkenne.

Gerade das macht mich übrigens bei vielen Fotos echt misstrauisch und gleichzeitig tut es mir leid, dass ich so misstrauisch bin. Da hat einer vielleicht mal einen „one-in-a-million-shot“ hingelegt und ich winke einfach ab und denke: „Is eh bearbeitet.“ Man staunt schon in vielen Fällen und ist den Tränen da, weil man so perfekte Bilder nie hinbekommen wird…und dann steht da bestenfalls dabei, dass das Bild noch vier Stunden durch sämtliche Filter gejagt, da was wegretuschiert, da was hinzugefügt wurde.

Man kann auch nicht mal eben morgens um fünf Uhr in der perfekten Umgebung mit dem perfekten Licht und dem wahlweise perfekten Nebel oder Sonnenaufgang stehen.

Sei’s drum.

Ich blätter‘ also in einer Foto-Zeitschrift, Rubrik „Tipps&Tricks“ und lese etwas von „s/w“ und „infrarot“. Natürlich dachte ich, dass meine Software das bestimmt nicht hergibt, aber siehe da…

Zwei Mausklicks und der Effekt ist…krass!

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