Timmendorfer Strand 2018

Ich persönlich muss ja nicht in den Urlaub fahren, mir reichen freien Tage auf Balkonien. Aber die Liebe sprach zu Beginn der Beziehung davon, dass sie schon gerne einmal im Jahr wenigstens wegfahren würde und dann am liebsten an die See. Irgendwo im Norden. Nachdem wir also letztes Jahr im Februar/März in Wustrow gewesen sind (wo man zumindest um diese Jahreszeit nicht tot überm Zaun hängen möchte), haben wir uns in diesem Jahr für Timmendorfer Strand entschieden.

Wir hatten sehr früh unsere Unterkunft und unsere Bahn-Tickets gebucht. Entsprechend haben wir bei der Deutschen Bahn echt ein Schnäppchen gemacht: zwei Erwachsene, 1. Klasse, Hin und Zurück für knapp über 200 €. Natürlich hat sie uns zur Strafe kurz vor dem Urlaub noch ein Schnippchen geschlagen, die gute alte Deutsche Bahn. Unser seit November gebuchter Zug fuhr nun plötzlich im April – eine Woche vor Reisebeginn – just in der Woche, in der wir fahren wollten, schlicht … nicht. Also im Info-Zentrum im Bahnhof uns eine Zug-Freigabe für unser Ticket drauf stempeln lassen und uns eine neue Verbindung gesucht. Die natürlich länger bis hoch in den Norden brauchte und bei der man natürlich häufiger umsteigen musste. Ansonsten hat es für DB-Verhältnisse relativ gut geklappt.

Timmendorfer Strand

Die Gemeinde Timmendorfer Strand liegt 15 Kilometer nördlich von Lübeck direkt an der Ostseeküste. Nachbargemeinden sind Scharbeutz im Norden, Ratekau im Süden und Westen sowie Lübeck – mit dem Stadtteil Travemünde – im Osten. Der Strand an der Lübecker Bucht ist 6,5 Kilometer lang. Das Landschaftsbild um Timmendorfer Strand wird durch die Grundmoränen der letzten Eiszeit geprägt. Die Ablagerungen der Weichsel-Eiszeit schufen ein abwechslungsreiches, leicht hügeliges Relief mit vielen Seen. Der reizvolle Hemmelsdorfer See entstand aus einer von der Ostsee abgeschnittenen Förde. An seinem Grund befindet sich mit 43 Metern unter Meereshöhe der tiefste naturgeschaffene Punkt Deutschlands. (Quelle: Wikipedia)

Der Zeitraum, in dem wir in Timmendorfer Strand Urlaub gemacht haben, lag nach den Osterferien und vor den eigentlichen Sommermonaten, in denen dann die ganzen Events vom Strandpolo über weißichwas liegen. Entsprechend war es sehr ruhig und entspannt, die Hektik der Winteraufräumungsarbeiten waren vorbei, die letzten Arbeiten für den Sommer-Ansturm liefen. Es gab keinen Garten, keinen Busch, der nicht exakt geschnitten war. Alles war unglaublich sauber und einiges doch für mein Gefühl sehr durchdacht. An der Strand-Promenade gab es alle 200m ein Toilettenhaus – sauber und behindertengerecht. Obwohl dort sehr viele Hunde (sehr viel mehr Hunde als Kinder!) unterwegs waren, waren die Wege sauber und nirgends lag Hundedreck herum. Neben den vielen Hunden fielen auch viele blinde und sehbehinderte Menschen auf, die dort ihren Urlaub verbracht haben. Auch an sie war gedacht mit speziellen Straßenschildern (nicht für die Blinden, sondern die Sehenden, damit sie die Blinden nicht übern Haufen fahren), es gab einen Blindenstrand und eigene Hotels bzw. Unterkünfte. In dem kleinen Park vor unserem Haus durften abends die Blindenhunde spielen und toben, während ihre Frauchen und Herrchen auf den vielen Bänken saßen. Das war echt süß.

Der Strand war nur einen Steinwurf entfernt und ebenso absolut sauber, obwohl wir uns direkt neben dem Hundestrand befanden. Wasser, Strand, Himmel, Wolken und einfach nur Sonne!

Das Klientel

Wie gesagt, wir waren außerhalb jeglicher Ferien unterwegs. Ich habe mit meinen 43 Jahren den Altersdurchschnitt ziemlich nach unten gezogen. 😀 Mit spitzer Zunge möchte ich sagen, dass sich das Klientel hauptsächlich aus Ü70-Damen mit entsprechenden Männern im rosa Polo-Hemd, Sylter Knoten und dem entsprechenden Autoschlüssel in der Tasche zusammensetzt. Und die Autoschlüssel passten hauptsächlich in Mercedes, BMWs und diverse andere teure Schlitten! An den Strandbüdchen wurde mit gekühlten Weißwein oder Sekt das Understatement gefeiert. Auf hochhackigen Schuhen mit toupierter Frise begoß man fröhlich die Rückkehr aus Marbella oder Ibiza – zumindest sahen einige braungebrannte Mumien so aus. Die Geschäfte im Städtchen versprachen Bogner und diverse andere Nobel-Marken. In der Parfümerie, in der wir eine Kleinigkeit besorgten, wurde ich, in Jogginghosen, reflexartig gefragt, ob ich ein wenig Sonnenpuder probieren möchte. Ich. Sonnenpuder. Ich weiß nicht mal, was das ist.

Aber trotzdem fühlten wir uns als Normalsterbliche nicht völlig fehl am Platz. Leben und leben lassen. Das Highlight war eine Dame, die ihre Katze an der Leine spazieren führte. Was man nicht alles sieht! Was man indes weniger gesehen hat, waren Familien mit (kleinen) Kindern oder Paare in unserem Alter. Jemand hatte in einer Rezension geschrieben, Timmendorfer Strand wäre schön, aber man wäre dann doch „zu jung und zu arm“.

Wir sind zwei Verdiener, die dazu noch die Freiheit haben, nicht in der Ferienzeit fahren müssen. Wir müssen nicht unbedingt aufs Geld schauen, deshalb habe ich auch nicht wirklich darauf geachtet, ob zum Beispiel Lebensmittel teurer sind. Aber billig wird es wohl nicht sein und ich kann auch nicht unbedingt behaupten, das Gefühl gehabt zu haben, dass Timmendorfer Strand komplett darauf ausgelegt ist, Kinder zu beherbergen. Natürlich gibt es Kinderspielplätze oder am Strand Kinderspielzeug, aber gefühlt … mmh …

Was kann man da so unternehmen

Wir haben den Urlaub hauptsächlich für Spaziergänge oder Strandbesuche (oder beides zusammen) genutzt. Entgegen der Wettervorhersage hatten wir sieben Tage nur Sonne -und entsprechende Wärme, Mann, hab ich mir den Rücken verbrannt!- und danach drei Tage etwas kühler und von allem ein bisschen.

Wir wollten die sonnigen Tage nicht mit irgendwelche Indoor-Aktivitäten verschwenden, entsprechend haben wir z.B. das Sealife, das Meerschwimmbad und die Ostsee-Therme (wäre alles einfach zu Fuß erreichbar gewesen) nicht besucht. Stattdessen sind wir z.B. nach Niendorf geschlendert und haben dabei den Hafen besucht. „Hafen“ ist vielleicht ein bisschen übertrieben, auch, wenn sich die Pfütze mit Booten drin so nennt. Aber irgendwo muss die High-Society ja auch ihre Yacht parken.

Wer genug von Strand und Meer hat, kann durch ein Naturschutzgebiet mit Wald und morastigen Wiesen zum Hemmelsdorfer See laufen. Man kann zwar nicht direkt an den See ran, aber einen hohen Holzturm erklimmen, um eine prachtvolle Aussicht zu haben.

Ansonsten kann man, wenn es dann doch zu langweilig wird, mit dem Bus und dem Zug schnell mal nach Lübeck oder Travemünde fahren. Darauf hatten wir jedoch keine Lust.

In der Ecke, in der wir gewohnt haben, war alles wunderbar ruhig und trotzdem einfach zu Fuß zu erreichen. Wenn man etwa zehn Minuten in Richtung Stadtkern gelaufen ist, häuften sich dann langsam die Restaurants und Hotels. Da wir jedoch beide mit diversen Nahrungsmitteln unsere Probleme haben, haben wir die Speise-Tempel nur von außen betrachtet und zu Hause gekocht.

Nach zehn Tagen war unser Urlaub vorbei und wir haben ihn einerseits genossen, andererseits wurde dann das Heimweh zu groß und es stellte sich durchaus ein wenig Langeweile ein. Wir hätten uns -bei längerem Aufenthalt- dann doch auf längere Wege machen müssen, um gezielt weitere Möglichkeiten und Sehenswürdigkeiten anzuschauen. In Lauf-Weite war das schon einiges, aber irgendwann ist es dann doch erschöpft. Vielleicht waren auch wir einfach nur erschöpft.

Fazit: Timmendorfer Strand eignet sich für alle die, die es ruhig, gepflegt und wirklich sauber haben wollen. Wer Party sucht, muss wahrscheinlich später als wir dorthin fahren, aber auch dann sind die Events eher „Strand-Polo“ als „Sangria-Eimersaufen“. Das Klientel ist etwas älter und gediegen. Es gibt in der Nähe zudem sehr vieles, was man zu Fuß erreichen kann. Aber auch an z.B. Rollstuhlfahrer/innen oder andere Behinderungen ist durchaus gedacht. Wer sich eine Wohnung mietet, der findet im dortigen Famila-Geschäft alles an Lebensmittel und diversen anderen Dingen, was man braucht. Es gibt auch durchaus Geschäfte für Normalsterbliche dort. 😉

Allerdings muss ich auch anmerken, dass ich die meisten „Einheimischen“, so es denn welche waren, nicht als nordisch-unterkühlt, sondern als schlicht unfreundlich empfand. Tut mir leid, dass ich z.B. keine Milch essen darf, aber trotzdem möchte ich zum Beispiel, gerade in einem Dörfchen, das von Touristen abhängig ist, kein genervtes Augenverdrehen von der Verkäuferin und eine maulige Antwort ernten, wenn ich nachfrage. Und nein, hinter mir war keine episch lange Schlange.

Auch die Fahrrad-Fahrer/innen, die an der Strandpromenade unterwegs sind, könnten mal das Klingeln lernen. Dort, wo sich alles trifft, ist zwar genug Platz für alle, aber es ist doch jedes Mal ein kleiner Schreck, wenn plötzlich jemand so „wusch“ an einem vorbei huscht. Und mit diesen E-Bikes kriegt ja auch noch ein 120jähriger einen ordentlichen Zacken drauf!

Ein bisschen (sehr) anstrengend ist dann halt auch doch immer die Bahn-Fahrerei mit dem Umsteigen. Man ist eben doch ne Weile unterwegs mit seinen Koffern. Das 1. Klasse-Fahren hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Abschließen möchte ich diesen kleinen Bericht mit Aufnahmen der Abendstimmung am Strand.

Mobile shots

Wenn ich schon nicht mit der Kamera rumlaufen kann, weil ich sie entweder gerade nicht dabei habe, die Liebe Blumen fotografieren will oder aus sonstigen Gründen, habe ich doch wenigstens wieder eine relativ gute Handy-Kamera. Eine ohne angefressenes Obst.

 

Es war einmal…

Es war einmal…und ist doch noch nicht so lange her.

Dieses Bild wurde von der Liebe aufgenommen, als wir am Strand fotografieren … äh … spazieren waren. Das bin ich. 🙂

Unglaublich, dass es gerade mal vier Wochen her sein soll. Time flies und ich bin immer noch nicht dazu gekommen, mich um die Fotos zu kümmern. Weil eben Frühling ist, wie ich gestern leicht gestresst bemerkte. Heute sieht es zur Strafe weniger nach Frühling bei uns aus und es ist plötzlich wieder so frisch, dass ich doch nochmal die Winterschuhe angezogen habe. Vielleicht ist der Frühling ob meiner geringen Wertschätzung aus dem gestrigen Eintrag beleidigt. Na, nun mal nicht so sensibel, so war’s doch nicht gemeint.

 

Ostseebad Wustrow

Ihr Lieben,

lange Zeit habe ich mich rar gemacht.

Ich hatte ja in einem Beitrag vor gefühlt 100 Jahren gesagt, dass 2016 nicht wirklich mein Jahr wäre. Ich war eigentlich nur noch damit beschäftigt, dem Chaos in meinem Leben irgendwie Herr zu werden und das restliche Jahr möglichst unbeschadet zu überstehen. So … wegducken. Das Schicksal nicht mehr aufmerksam machen. Dem Chaos ein leises Schlaflied singen, in der Hoffnung, dass es 2017 besser wird. Als ob das Schicksal sich von ein bisschen Feuerwerk an Silvester und einer neuen Jahreszahl auf den Kalendern an Neujahr beeindrucken lassen würde. Aber … irgendwie glaubt man ja doch ein bisschen daran.

Während ich also mich weggeduckt habe, nur noch auf Fußspitzen durchs Leben geschlichen und ein permanentes Schlaflied gesummt habe, hatte das Schicksal etwas ganz anders mit mir vor. Bevor ich mich versehen konnte, hatte ich plötzlich jemandem an meinem Frühstückstisch sitzen. Und da sitzt dieser Jemand noch immer. 😉 Die Liebe ist mir also ganz hinterhältig in den Nacken gesprungen. Das Ganze war recht schnell und recht turbulent, aber rückblickend doch ein versöhnliches Ende von 2016.

Allerdings hat das alles mein Leben ziemlich durcheinander gewirbelt. Aber die Liebe hat auch dafür gesorgt, dass es neue Fotos gibt.

Wir waren Ende Februar in Wustrow. Ich bin noch nicht dazu gekommen, mich um die Fotos zu kümmern… aber hier gibt es erste Eindrücke.

Ein Tag am See

Gut, der Titel stimmt nicht wirklich. Ich war nicht *wirklich* an einem See, also zumindest ist das keiner, in dem man schwimmen kann. Und schon gar keinen ganzen Tag lang, sondern gerade mal zwei Stunden. Aber heute war mir alles egal. Ich habe erledigt, was ich erledigen musste und habe zu allem anderen „Nein!“ gesagt. Heute war das Wetter toll und … meine Woche war es bis dato weniger gewesen. Ich musste raus. Ich wollte fotografieren. Egal, was, egal, wie es am Ende ausschauen würde. Aber einfach mal zwei Stunden Pause vom Alltag.

Dieser See ist nicht weit von mir, aber es reicht, um in der Natur zu sein. Jetzt, im Frühjahr, wenn noch alles kahl ist, sieht man auch den kleinen Bach, der sich dort entlang schlängelt. Auf dem See gibt es Stockenten. Ich liebe Enten und Gänse. Ich weiß gar nicht, wie ich es jeden Morgen im Park am Ententeich vorbei auf die Arbeit schaffe, ohne, dass meine Chefin mich dort abholen und an den Ohrläppchen reinzerren muss.

Für die Romantiker – sind Romantiker anwesend? – gibt es dort normalerweise ein Schwanenpärchen, meistens im Sommer dann mit Jungen. Heute war der Papa allein und nicht erpicht darauf, mich zu sehen. Wir haben uns auf einen Sicherheitsabstand von etwa 10 m geeinigt.

Ansonsten ist es Natur, so, wie es hier so aussieht, wenn man sich mal eine Viertelstunde aufs Fahrrad setzt. Bis auf die Strommasten eigentlich ganz nett. Und die Ecke dahinten ist auch relativ ruhig, gerade gegen Nachmittag. Da kann man einfach nur abschalten.

Der See…

…und sein Getier.

Am Bach gleich daneben.

Bäume…

…und Gräser.

Es wird doch nun endlich Zeit für Frühling.

Bahnhofsromantik

Zugegeben…unser Bahnhof ist alles andere als schön und noch weniger romantisch. Deshalb soll er ja auch grunderneuert werden. Danach wird er wahrscheinlich genauso wenig schön und romantisch sein. Aber wenigstens abgefuckter geht nicht mehr.

Trotzdem … irgendwie liebe ich unseren Bahnhof. Wenn man das alte Haus mit den zwei Gleisen vor der Tür überhaupt Bahnhof nennen kann.

Und weil mich die Sonne heute den ganzen Tag geärgert hat, habe ich beschlossen, mich unabhängig von ihr zu machen und meiner Leidenschaft, der Abend-Fotografie nachzugehen. Immerhin habe ich ja mittlerweile ein neues Stativ und das wollte ausprobiert werden. Was ich etwas unterschätzt habe, war der eiskalte Wind, der mir so die Finger hat frieren lassen, dass ich nach 45 min kaum noch die Kamera abbauen konnte (Wer hat die Handschuhe vergessen? Ich!). Ich friere ehrlich gesagt immer noch.

Hach, ich bin halt doch in der Tiefe meines Herzens ein Monochrom-Kind.

 

Okay, scheiße … aber immerhin…

Da habe ich also im Schweiße meines Angesichts meine Kamera mit auf die Arbeit geschleppt. Im Gegensatz zu meiner alten Canon scheint die 70D bei gleichem Maßen mindestens doppelt so viel zu wiegen. O.O Geplant war eine nette, ruhige Runde des Abends durch den Park vor meiner Bürotür – nach Feierabend.

Aber wie es dann eben so ist, haben sich andere Dinge dazwischen gedrängelt (Böse Menschen nennen es, man habe sich verquatscht!), so dass ich am Ende mehr oder weniger hysterisch eine zwanzigminütige Tour durch den Park gesprintet bin, um die Kam wenigstens nicht ganz umsonst dabei gehabt zu haben. Natürlich hatte ich kein Stativ dabei – es wird sich schon irgendwas finden, wo man die Kamera darauf legen kann. Nee, nicht wirklich! Verdammt! So musste wahlweise mein Knie oder der Boden herhalten. Beides nicht optimal, aber ich hatte mich damit abgefunden, dass es ohnehin nur ein „Nur mal grob ausprobieren“ sein würde.

Den Bulb-Modus beherrschen wir ja schon ganz gut. Allerdings kann ich  ja nicht immer, wenn ich abends draußen bin, mit Bulb fotografieren. Schon gar nicht freihändig! Und wieder einmal lagen die 70D und ich im Kampf miteinander. Dann drehte ich, mittlerweile genervt und ordentlich durchgefroren, wild sämtliche Knöpfe und siehe da! Das Ding pariert … äh … funktioniert! Also noch eine Runde wild klickend durch den Park, wohl wissend, dass die Canon, aus reiner Bosheit und zur persönlichen Rache versteht sich!, die ISO wieder hochdrehen wird und es mir die Bilder vergrieselt.

Am Ende sind die Bilder zwar scheiße, aber mit einer Menge Potenzial. Da geht was! Ganz bestimmt. 🙂

Fighting Canon 70D #2: Sonne und Licht

Heute war ich den Tag über mit meinem Wohnzimmer beschäftigt. Damit mir aber keiner sagen kann:“Ha, da jammerst Du übers schlechte Wetter und wenn die Sonne scheint, kriegst Du Deinen Kadaver nicht vors Loch“ habe ich mich tapfer aufs Fahrrad geschwungen. Auf dem Rücken meine 70D. Viel vom Tag blieb nicht, bis die Sonne verschwinden würde. Im Winter hat man eben doch nur einen begrenzten Zeitraum. Der Sonnenuntergang war heute auf 16:42 Uhr angesetzt, aber die Wolken haben ihn ein bisschen vorgezogen. Dabei hatte ich mein Tamron SP AF 17-50mm 2,8 Di II VC Objektiv. Das hatte ich mir damals in Flensburg  bei Foto Raake gekauft. Falls ihr mal in Flensburg sein: super Laden, extrem nett, tolle Beratung und wenn ihr ein Problem habt, schauen die sich eure Bilder direkt am PC an und sagen euch, wo ihr noch ne Schraube drehen könnt. Das erste Mal kam das Objektiv nachts am Hafen zum Einsatz. Ebenso in den frühen Morgenstunden, ebenfalls am Hafen. Sollte was schiefgehen … am Objektiv kann es nicht liegen.

Das erste (und bisher einzige) Mal, als ich mit meiner Canon draußen gewesen bin, war im November bei dickstem Nebel. Da hat sie sich eigentlich sehr tapfer geschlagen und meine Begeisterung war groß. Mittlerweile etwas ernüchtert war ich gespannt, wie sie sich bei gutem Licht präsentieren würde. Was macht er also, der Autofokus?

Bei meiner EOS 1100 D habe ich meistens die Blendenautomatik gewählt. Sprich: Ich stelle die Verschlusszeit ein, die Kamera die Blende. Die Canon EOS 1100D hat bei mir stets dazu geneigt, die Bilder überzubelichten. Deshalb hatte ich die Belichtungskorrektur grundsätzlich auf -1 eingestellt. Die Canon EOS 70D neigt nun zum Gegenteil: Bei gleichen Einstellungen wie bei der 1100D neigt sie zum Unterbelichten. Also habe ich die Belichtungskorrektur auf +1 eingestellt.

Dann war es okay.

Also…Schätzelein…was kannste?

Anbei eine Auswahl der Bilder direkt von der Speicherkarte. Kein Photoshop, kein Lightroom, keine sonstige Bearbeitung.

Na, das sieht doch relativ ordentlich aus. Wie gesagt, es ging mir erstmal vor allen Dingen um die Schärfe und den (Auto)Fokus.

Und jetzt zu den Bildern, auf die ich am besten gespannt war: Der Autofokus bei Nahaufnahmen. Tut er das, was ich will? Fokussiert er das, was ich anpeile oder streckt er mir den mittelsten Finger entgegen?

Okay, ich würde sagen, so langsam werden wir uns einig. 😀

Ups.
Ups.

 

 

 

 

 

 

 

Diese Bild muss ich der Canon verzeihen, da bin ich nämlich fast in den Graben gekippt. 😀

Zu guter Letzt noch mal die Sonne, bevor sie sich dann endgültig verkrümmelt hat.

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Ich hatte heute nicht viel Zeit und zugegeben auch nicht viel Muße. Aber ich bin erstmal erleichtert, denn von dem 80%igen (!) Ausschuss, von dem bei der Canon 70D häufig gesprochen wurde, habe ich soweit erstmal nichts bemerkt. Für ein erstes Mal bei diesen Lichtverhältnissen bin ich zufrieden. Ich habe mit größerem Frust gerechnet. Auch damals im Nebel hat sich die 70D recht gut benommen. Kritisch soll es ja ohnehin nur in einem Blendenbereich bis 2,8 sein.

Jetzt bin ich erstmal etwas beruhigt(er) und hoffe darauf, die nächste Runde mit mehr Zeit und Muße angehen zu können.

Nebel

Wahrscheinlich hat heute überall in Deutschland die Sonne geschienen…aber hier war Nebel. Eine unschöne graue Nebelsuppe. Und ich habe hier eine neue Kamera. Ich habe versucht, meine zwei Jungs zu weiteren Fotos zu überreden. Bei den Mädels habe ich es erst gar nicht versucht. Nachdem ich meine Kakteen abgelichtet hatte, den Teppich, die Bücher … alles in allem wenig befriedigend … und in Anbetracht der Tatsache, dass wir nun mal November haben und ich nicht zur Schön-Wetter-Fotografin mutieren möchte, habe ich also meinen Rucksack gepackt und bin losgezogen.

Bahnhof

Bahnhof und Gleise geht immer. Morgens, mittags, abends, nachts … und auch bei Nebel.

Natur

Es gibt nichts Öderes als herbstliche Natur im Nebel. Jede Farbe wird geschluckt. Dann kann man gleich auf monochrom umschalten. Und doch … irgendwas hat es. Etwas Düsteres, etwas Schläfriges.

Natürlich hat noch nicht alles geklappt mit der neuen Kamera, aber ich bin sehr zufrieden soweit.

Die 70D ist mir schon jetzt sehr sympatisch und ich habe nicht das Gefühl, einen Fremdkörper in den Händen zu halten. Die Einstellungen sind, wenn man schon eine Canon gewöhnt ist, recht intuitiv. Das schwenkbare Touchscreen-Display ist mir sofort ans Herz gewachsen … wie konnte ich bisher ohne so etwas leben?!

Die Serienbild-Aufnahme ist, im Gegensatz zu meiner alten Kamera, der Hammer. Die Kamera donnert gefühlt 400 Bilder pro Sekunde.

Leider bin ich im November ziemlich eingebunden, aber vielleicht habe ich ja doch noch das ein oder andere Mal Glück, dass einigermaßen passables Wetter und freie Zeit auf einen gemeinsamen Punkt fallen. Ansonsten … das nächste Jahr kommt bestimmt. 🙂