Frühling…

Da isser nun endlich, der langersehnte Frühling.

Ich erinnere mich noch, wie ich im Februar mit der Liebe auf dem Sofa saß und gemault habe, dass es mir nun langsam reicht. Ganz ehrlich: ich bin niemand, der permanent draußen unterwegs und/oder vor der Tür sein muss. Ich kann stunden-, tage-, wochenlang auf dem Sofa sitzen und lesen. In der Wohnung rumräumen. Am Computer surfen. Schlafen. Wasauchimmer. Mir fällt so schnell nicht die Decke auf den Kopf. Aber irgendwann ist auch bei mir mal gut …

Und da isser nun, der Frühling. Und was mache ich? Frage mich, wann ich mal wieder stunden-, tage-, wochenlang auf dem Sofa … und so.

Frühjahrsmüdigkeit scheint es wirklich zu geben. Ich habe heute einen Artikel gelesen, dass jede/r zweite Deutsche davon betroffen ist. Ich offenbar auch. Ich könnte um 18 Uhr ins Bett gehen und wenn morgens der Wecker klingelt, bin ich immer noch komatös müde. Wenn ich abends von der Arbeit komme, erstmal Balkon…ah…Sonne genießen. (Noch ist man ja misstrauisch, man weiß ja nicht, wie lange sie noch da ist, wenn der April erstmal loslegt.) Nach den 20 min Sonne genießen rein, aufs Sofa und „Nur mal eben fünf Minuten die Augen zu…nein, nein…ich schlaf nicht ein…ich will nur…-zzz-„. Nein, ich schlafe nicht wirklich ein, was aber der Tatsache geschuldet ist, dass ich im Moment mal wieder im Chaos versinke und wenn ich die paar Stunden, in denen ich noch was erledigen könnte (die Betonung liegt auf „könnte“!) auch noch verpenne, wird’s gar nichts mehr.

Kennt das hier jemand? Das Triumph-Gefühl, wenn man es wenigstens (!) mal geschafft hat, einen Brief zur Post zu bringen, der schon drei Wochen fertig jeden Tag im Flur auf der Anrichte liegt? Es ist ja nicht so, dass man diesen Brief vor lauter Langeweile vergisst. Sondern, weil er ein Eintrag auf einer To-do-Liste ist, die dreimal um den Erdball geht und auf der wie bei einer Hydra drei neue Einträge erscheinen, wenn man einen streicht.

Frühling…das ist die Zeit, in der die Gartenarbeit ruft. In der die Stallungen für die Tiere neu gekauft oder wieder hergerichtet werden müssen. In der man sieht, wie dreckig die Wohnung eigentlich ist. In der einem auffällt, dass man den Schlafzimmerschrank jetzt echt satt hat, die Teppiche wirklich mal ausgewechselt werden und das Wohnzimmer sowieso komplett renoviert werden muss. In der einen die uralte Badewannen-Duschabdeckung fast erschlägt und man sich endlich durchringt, doch mal was „Gescheites“ installieren zu lassen. Also die Zeit, in der man an allen Ecken und Enden Arbeit sieht, die endlich mal wirklich getan werden muss.

Also sind die Liebe und ich durch jedes Zimmer gegangen und haben aufgeschrieben, was gemacht werden muss. Haben neue Möbel ausgesucht. Haben einen Bad-Installateur kontaktiert. Hatten einen Schreiner wegen unseren Schlafzimmerschrankes da (um uns dann gegen ein paar Bretter im Wert von über 1000 Euro zu entscheiden). Die Stallungen für die Tiere wurden bestellt und treffen nun nach und nach ein. Die müssen lasiert werden. Und natürlich aufgebaut. Das Bad soll noch neu angelegt werden. Vom Büro und vom Wohnzimmer (und vom Flur !) will ich erst gar nicht anfangen. *hechel*

Standardsatz nach jedem Wochenende am Montag danach: „Also nächstes Wochenende machen wir mal nix!“ Spätestens am Donnerstag ist die Liste fürs Wochenende schon wieder wie aus Zauberhand angewachsen. Gartenarbeiten für die meinen Eltern, Brunch bei den Schwiegereltern, Ostern und die ein oder andere Veranstaltung…schwupps…das nächste Wochenende verplant.

Aber gut…irgendwann muss man solche Dinge nun auch mal angehen. Und wenn beide eben die Woche über arbeiten gehen, bleibt eben nur das Wochenende.

Okay, es ist gerade viel und chaotisch und es gibt kaum eine ruhige Minute.

Was mich aber daran am meisten ärgert, ist, dass ich keine Zeit mehr für soziale Kontakte habe. Okay, ich war im März zwei Mal im Theater. Das funktioniert also schon noch. Aber trotzdem schaffe ich es nicht, mich bei den Leuten zu melden, die eben nicht gerade um die Ecke sind und/oder ArbeitskollegInnen, so dass man sich sowieso über den Weg läuft. Nein, an der Liebe liegt’s auch nicht. Die hält mich von nix ab und freut sich, wenn ich mal aus dem Haus bin, weil sie sich dann endlich was kochen kann, was ich nicht esse. Mit was ich nicht mal in einem Raum sein möchte.

Ich muss mich also unbedingt bessern. Ich weiß nur noch nicht, wann und wie. O.O

in eigener sache

missmagistra View All →

Emma Peel:"I suppose Mother warned you about women like me?"
John Steed: "Until now, I didn't know there were women like you."

3 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Wenn es keine Frühjahrsmüdigkeit gibt, dann muss ich davon ausgehen, ernsthaft krank zu sein. Denn ich fühle mich ertappt und erkenne mich in der Schilderung deiner „Symptome“. Ich behaupte, unser Körper waren im Winter-Standby-Modus, als unbewusster Winterschlaf. Und jetzt stottern sie wie kalte Motoren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s